Wasserhärte in Zwickau – überwiegend sehr weiches Talsperrenwasser

Das Zwickauer Trinkwasser wird vorrangig aus Talsperren, zum Teil aber auch aus Tiefbrunnen gewonnen. Die unterschiedliche Wasserherkunft wirkt sich auf die Wasserhärte in Zwickau aus, die je nach Ortsteil im weichen oder im mittleren Bereich liegt. Chroniken zufolge gab es in Zwickau bereits 1350 einen Röhrensteg, der die Muldestadt von außerhalb mit Trinkwasser versorgte. 1535 verfügte die Stadt über ein erstes einfaches Wasserversorgungssystem, das über fünf Holzleitungen aus Reinsdorf, Marienthal, Eckersbach sowie dem Galgen- und dem Mittelgrund herangebrachtes Wasser im Stadtgebiet verteilte. Bis zum Bau einer zentralen Wasserversorgung sollten aber noch mehr als 300 Jahre vergehen.

Die Zwickauer Trinkwasserversorgung wird modern

Als die alten Wasserversorgungsanlagen in Zwickau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an ihre Grenzen stießen, beschloss der Rat der Stadt, eine zeitgemäße Wasserleitung zu bauen. Im Jahr 1874 gingen die Stenner Wassergewinnungsanlage und die dazugehörige Leitung in Betrieb. Im selben Jahr wurde auch die Weißenborner „Röhrfahrt“, eine Röhrenleitung, fertiggestellt. Schon vier Jahre später beschloss der Rat den weiteren Ausbau des Trinkwassernetzes. 1890 wurde das Wiesenburger Wasserwerk in Dienst gestellt, das den Hauptteil der Muldestädter versorgte und die alten Schöpfbehälter endgültig ablöste. Dieses Wasserwerk, das heute als technisches Denkmal und Museum besichtigt werden kann, deckte den Hauptbedarf an Leitungswasser in Zwickau bis 2006.

Wasserversorgung durch Fernwasser Südsachsen

Derzeit kommen mehr als 80 Prozent des Trinkwassers für die Stadt aus dem Wasserwerk Burkersdorf bei Kirchberg, dem größten Wasserwerk des Zweckverbandes Fernwasser Südsachsen. Darüber hinaus betreiben die Wasserwerke Zwickau zwei Tiefbrunnen, mit denen sie Teile der Region versorgen. Das Wasserwerk Burkersdorf gewinnt Rohwasser aus der Talsperre Eibenstock und bereitet es zu hochwertigem Trinkwasser für Zwickau auf. Damit auch in Hochbelastungszeiten ein konstanter Wasserdruck vorliegt, wird das Wasser vor der Verteilung an die Verbraucher in Hochbehältern zwischengespeichert.

Wasserqualität und Wasserhärte in Zwickau

Um eine hohe Trinkwasserqualität für Zwickau zu gewährleisten, wird das Wasser von seiner Gewinnung bis hin zur Verteilung regelmäßig kontrolliert. Es entspricht voll und ganz den hohen Anforderungen der Trinkwasserverordnung und kann dank seines niedrigen Nitratwerts von 3,0 Milligramm pro Liter auch für die Herstellung von Säuglingsnahrung verwendet werden. Die Wasserhärte in Zwickau hängt von der Herkunft des Trinkwassers für die verschiedenen Stadtteile ab. Die höchsten Werte werden mit 10 bis 12 °dH in Schlunzig und Schneppendorf gemessen. Das entspricht dem mittleren Härtebereich. In Oberhohndorf schwankt die Wasserhärte je nach Versorgungslage zwischen 6 bis 12 °dH, also zwischen weich und mittel. In allen übrigen Ortsteilen ist das Wasser mit 3 bis 5 °dH sehr weich.

Fazit

Kalkbedingte Schäden an Haushaltsgeräten sind dank der überwiegend sehr niedrigen Wasserhärte in Zwickau ebenso wenig zu befürchten wie verkalkte Armaturen. Wasch- und Spülmittel können sehr sparsam und umweltschonend dosiert werden. Zusätzliche Wasserenthärter für die Waschmaschine sind nicht erforderlich. Zwickau ist eine Stadt in Sachsen im Landkreis Zwickau und befindet sich ca. 84 Kilometer südlich von Leipzig und ca. 118 Kilometer südwestlich von Dresden.