Wasserhärte in Witten – weiches Wasser aus dem eigenen Wasserwerk

Die Gewinnung des Leitungswassers für Witten erfolgt aus Grundwasser und Uferfiltrat der Ruhr. Hier erfahren Sie, wie das Ganze im Verbund-Wasserwerk abläuft, wie die Wasserqualität gewährleistet wird und welche Wasserhärte in Witten vorliegt. Zuständig für die Trinkwassergewinnung in Witten ist das 1989 gegründete Verbund-Wasserwerk Witten, das auf einer Kooperation der örtlichen Stadtwerke mit der Aktiengesellschaft für Versorgungsunternehmen (AVU) beruht. Dieses nutzt das Verfahren der künstlichen Grundwasseranreicherung, um für alle Verbraucher immer ausreichend Leitungswasser zur Verfügung stellen zu können.

Geschichte der Trinkwasserversorgung in Witten

Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts verfügte Witten über fünf öffentliche und zahlreiche Privatbrunnen. Der Bergbau und der damit einhergehende Waldschwund brachten jedoch etliche Wasserquellen zum Versiegen. Der Wassermangel wurde zum Teil so groß, dass Häuser niederbrannten, weil die Feuerwehr kein Löschwasser hatte. Im Jahr 1865 entschlossen sich die Wittener deshalb zum Bau eines Wasserwerks, das den Bedarf der Bürger decken und auch ausreichend Wasser für die Fabriken bereitstellen sollte. 1867 ging das erste Wasserwerk „In der Borbeck“ in Betrieb, dem 1882 ein weiteres am heutigen Standort folgte. Letzteres wurde 1995 auf den neusten Stand der Technik gebracht, um den immer weiter steigenden Anforderungen auch in Zukunft gerecht werden zu können.

Wie aus Oberflächenwasser Grundwasser wird

Bevor das Oberflächenwasser aus dem Mühlengraben, einem Nebenarm der Ruhr, als Trinkwasser für Witten genutzt werden kann, durchläuft es einen aufwendigen Reinigungsprozess. Dieser beginnt mit der Entfernung grober Schwebstoffe wie Laub mithilfe eines Feinrechens und setzt sich dann in der benachbarten Schnellfilteranlage fort, in deren 1,40 Meter hoher Quarzkiesschicht nochmals 95 Prozent aller filtrierbaren Stoffe zurückbleiben. Anschließend gelangt das Reinwasser zu Langsamfilterbecken, in denen es abermals mechanisch und biologisch gereinigt wird, um eine hohe Wasserqualität für Witten zu gewährleisten. Von dort aus fließt das Wasser in die „Untergrundpassage“, wo es sich mit dem Grundwasser vereinigt und zusammen mit diesem über 21 Vertikalbrunnen in die Hauptsammelbrunnen geleitet und weiteren Aufbereitungsschritten wie der Entsäuerung und der Bestrahlung mit UV-Licht zugeführt wird.

Wasserqualität und Wasserhärte in Witten

Von der Wasserentnahme aus dem Mühlengraben bis hin zur Trinkwasserförderung wird der gesamte Gewinnungs- und Aufbereitungsprozess vollautomatisch gesteuert und kontinuierlich überwacht. Im Labor des Verbund-Wasserwerks sorgen hochmoderne Technik und strenge Qualitätskontrollen für eine gleichbleibend hohe Trinkwassergüte. Die Wasserhärte in Witten liegt mit circa 7,17 °dH im Härtebereich „weich“. Das hat einige Vorteile. Zum einen ist der Wasch- und Reinigungsmittelbedarf bei weichem Wasser deutlich geringer als dies bei hartem Wasser der Fall wäre. Zum anderen gibt es kaum Kalkbildung, weshalb keine zusätzlichen Wasserenthärter benötigt werden.

Fazit

Dank der geringen Wasserhärte in Witten sind größere Kalkablagerungen in Haushaltsgeräten und an Armaturen nicht zu befürchten. Um die Umwelt und den eigenen Geldbeutel zu schonen, sollten Wasch- und Spülmittel entsprechend dieser Wasserhärte dosiert werden.