Wasserhärte in Stuttgart – mittelhartes Wasser aus zwei verschiedenen Regionen

Die spezielle Topografie von Stuttgart macht die Wasserversorgung der Bürger besonders anspruchsvoll. Mit 44 Wasserhochbehältern hat sich Stuttgart den Beinamen Hauptstadt der Wasserspeicher redlich verdient. Grund hierfür ist die besondere Topografie der Stadt, die sich über mehrere Täler und Höhen mit einem Höhenunterschied von bis zu 300 Metern erstreckt. Die zahlreichen Wasserspeicher sorgen als Teil eines komplexen Versorgungssystems dafür, dass das Trinkwasser für Stuttgart überall mit dem richtigen Druck verfügbar ist.

Wasserversorgung ausschließlich über Fernwasser

Obwohl der Neckar und der Nesenbach durch die Schwabenmetropole fließen und es in Bad Cannstatt und Berg ein bedeutendes Mineralwasservorkommen gibt, war Stuttgart schon immer ein Wassermangelgebiet. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts stellte sich heraus, dass weder die Quellen im Nesenbachtal noch die Wasservorkommen der näheren Umgebung für die Versorgung der zunehmend zahlreicheren Bevölkerung ausreichten.

Seit 1917 kommt das Leitungswasser für Stuttgart aus dem Donaugebiet bei Ulm. Ergänzt wird dieses seit Ende der 1950er Jahre durch Bodenseewasser. Da die Stadt heute über keine nennenswerte Wassergewinnung mehr verfügt, ist sie vollständig auf die Wasserzufuhr aus der Ferne angewiesen. Zuständig hierfür sind die in Stuttgart ansässige Landeswasserversorgung und die Bodensee-Wasserversorgung.

Wasserhärte in Stuttgart abhängig von der Herkunftsregion des Wassers

Da das Trinkwasser für Stuttgart von zwei Versorgern stammt, trinken die Stuttgarter zwei Arten von Wasser, die sich aber beide durch eine sehr hohe Qualität auszeichnen. Die Stadtmitte, der Osten und ein Teil des Nordens erhalten ihr Leitungswasser aus dem Donauried, der Süden, der Westen und der Rest des Nordens aus dem Bodensee. Dadurch unterscheidet sich auch die Wasserhärte in Stuttgart je nach genauem Wohnort. Während das Trinkwasser aus dem Bodensee mit einem Härtegrad von 9 °dH im Härtebereich „mittel“ liegt, ist das Wasser aus dem Donauried mit 13,2 °dH etwas härter, entspricht aber ebenfalls noch dem mittleren Härtebereich.

Wasserversorgung in Stuttgart optimal gesichert

Das komplexe Trinkwasser-Versorgungssystem Stuttgarts wird über eine Zentralwarte gesteuert. Die Versorgung ist so aufgestellt, dass sich Hochbehälter, Pumpen, Leitungen und Übergabestellen jederzeit gegenseitig ergänzen können. Die Störung einer Anlage lässt sich ebenso kompensieren wie der Ausfall eines der Vorlieferanten. Selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, dass beide Fernwasserversorger gleichzeitig nicht mehr liefern, ist vorgesorgt. Über ganz Stuttgart verteilt stehen 124 Quellen und Notbrunnen zur Verfügung, um die Einwohner der Stadt mit dem kostbaren Nass zu versorgen. Darüber hinaus kann das Reservewasserwerk Münster täglich bis zu 12.500 Kubikmeter Trinkwasser aus dem Grundwasser der Neckartalaue gewinnen.

Fazit

Dank der mittleren Wasserhärte in Stuttgart ist die Verkalkungsgefahr an Waschmaschinen, Geschirrspülern und Co. äußerst gering. Hinsichtlich der Qualität lässt das Stuttgarter Trinkwasser nichts zu wünschen übrig.

Themen: Wasserhärte