Wasserhärte in Sondershausen – harte Mischung aus Quell- und Talsperrenwasser

Sondershausen ist Mitglied des Trinkwasser- und Abwasserzweckverbandes Helbe- Wipper. Dieser gewinnt das Leitungswasser für sein Verbandsgebiet über eigene Brunnen und Quellgebiete und informiert auch über die Wasserhärte in Sondershausen. Das Versorgungsgebiet des Trinkwasser- und Abwasserzweckverbandes Helbe- Wipper ist rund 540 Quadratkilometer groß. Gewonnen wird das Trinkwasser für Sondershausen und die anderen Verbandsmitglieder derzeit über sechs Brunnen und zwei Quellgebiete. Die Verteilung erfolgt über ein rund 515 Kilometer langes Trinkwasserrohrnetz mit 21 Hochbehältern, 16 Pumpwerken und sieben Druckerhöhungsanlagen.

Schon im Mittelalter erste Wasserleitungen

Die ersten Wasserleitungen in Sondershausen wurden im Jahr 1534 von Bebra zum Schlossbrunnen verlegt, da dieser zu wenig Wasser lieferte. Zwischen 1750 und 1787 wurden die hölzernen Rohre durch gusseiserne ersetzt. Mit dem Überlauf wurde das alte Vorwerk versorgt, während der Rest des Wassers in einen Holztrog auf dem Marktplatz floss und dort den Einwohnern zur Verfügung stand. Innerhalb der nächsten Jahrzehnte kamen weitere frei zugängliche Ziehbrunnen dazu. 1593 gab es in der Stadt acht öffentliche und sechs private Brunnen. Die Hauptrolle spielte aber immer noch der Bebralauf. Allerdings verlor dieser im Laufe der Zeit an Bedeutung als Frischwasserlieferant, da er zunehmend mit Unrat belastet war und die Wasserqualität in Sondershausen rapide sank.

Anfänge der zentralen Wasserversorgung in Sondershausen

Eine spürbare Verbesserung der Trinkwassersituation in der Stadt trat erst ab 1852 ein, nachdem auf Initiative des Oberbürgermeisters Münch Wasser aus der Schersenquelle in die Stadt geleitet wurde. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Wasserleitung für alle Bürger. Erst 1896 bis 1897 wurde ein Wasserbehälter am Jechaburger Weg erbaut, in dem das Wasser von der Schersenquelle und aus dem Quellgebiet der Bebrateiche zusammengeführt wurde. Parallel wurde eine Kanalisation errichtet, jedoch ohne Klärgrube. Ab 1902 übernahmen die neu gegründeten Stadtwerke Sondershausen allmählich die Aufgaben der Wasserver- und Entsorgung in der Stadt. Da der Wasserverbrauch immer weiter stieg, wurde 1911 der Hochbehälter am Gölder errichtet, der mit Schersenwasser befüllt wurde. 1912 kam ein Hochbehälter am Totenberg in der Gemeinde Bebra hinzu, dem 1927/28 ein zweiter folgte. Gespeist wurden die beiden neuen Speicheranlagen von den Engelsquellen. Da diese nicht ergiebig genug waren, wurde ab 1932 Wasser aus der Margarethenquelle genutzt.

Geringere Wasserhärte nach Umstellung auf Mischwasser

Heute stammt das Leitungswasser für Sondershausen zu 50 Prozent aus der Margarethenquelle und zu 50 Prozent aus der Ohra-Talsperre bei Luisenthal. Die Umstellung auf diese Wassermischung im Jahr 2005 brachte eine Senkung der Wasserhärte mit sich. Zwar entspricht das Wasser mit einer Wasserhärte von 14 bis 20 °dH immer noch dem Härtebereich „hart“, aber dennoch müssen Kaffee- und Wasserkocher deutlich seltener entkalkt werden als vorher.

Fazit

Auch wenn die Wasserhärte in Sondershausen gesunken ist, unterliegen Haushaltsgeräte immer noch einer gewissen Verkalkungsgefahr. Wasch- und Spülmittel sollten daher entsprechend der Vorgaben für hartes Wasser dosiert werden. Sondershausen ist eine Stadt in Thüringen im Kyffhäuserkreis und befindet sich ca. 57 Kilometer nördlich von Erfurt und ca. 39 Kilometer südwestlich von Sangerhausen.