Wasserhärte in Neuwied – hartes Grundwasser aus gut geschütztem Wasserschutzgebiet

Das Trinkwasser für Neuwied wird im Engerser Feld, dem größten Wasserschutzgebiet im nördlichen Rheinland-Pfalz, gewonnen. Da es sich bei den dortigen Seen um offengelegtes Grundwasser handelt, ist die Wasserhärte in Neuwied höher als vermutet. Zuständig für die Wasserversorgung in Neuwied sind die örtlichen Stadtwerke. Diese beliefern mehr als 140.000 Menschen in der Stadt sowie in umliegenden Ortschaften. Das 950 Kilometer lange Wasserleitungsnetz wird von neun Brunnen mit zehn Pumpen gespeist, die zusammen 1.770 Kubikmeter Wasser pro Stunde fördern. Über vier Pumpwerke und mehr als 20 Hochbehälter gelangt das ausschließlich im Wasserschutzgebiet Engerser Feld gewonnene Leitungswasser für Neuwied auch bis zum entlegensten der rund 35.000 Hausanschlüsse.

Grundwasserschutz im Wasserschutzgebiet sichert Wasserqualität in Neuwied

Aufgrund der hohen Filterleistung des durchschnittlich zehn bis zwölf Meter mächtigen Grundwasserleiters ist die Grundwasserqualität im Engerser Feld gut. Eine Aufbereitung ist im Regelfall ebenso wenig erforderlich wie eine Chlorierung. Lediglich im Sommer wird bei Bedarf eine schwache Transportchlorierung vorgenommen. Der zur Wassergewinnung genutzte Grundwasserleiter ist nur sehr dünn von durchlässigem Bodenmaterial bedeckt. Dieses hat nur eine geringe Filterwirkung. Verunreinigungen der Erdoberfläche können somit leicht die wasserführende Schicht erreichen. Daher wirken sich negative Einflüsse auf die umliegenden Landflächen schnell auf die Wasservorkommen aus. Um Schadstoffeinträge zu verhindern, ist das Baden in den Seen sowie das Lagern und Sonnenbaden im Uferbereich verboten. Die Landwirtschaft im Wasserschutzgebiet unterliegt seit 1991 strengen Auflagen. So sind die Landwirte verpflichtet für ihre dortigen Flächen Düngepläne zu erstellen. Die aufgebrachte Menge an Düngemitteln darf nicht höher sein als der Verbrauch durch die Pflanzen. Zweimal jährlich wird die Nitratkonzentration im Boden untersucht.

Wasserzusammensetzung teilweise unterschiedlich

In Hoch- und Niedrigwasserperioden ändern sich die Grundwasserströmungsverhältnisse im Wassereinzugsgebiet. Bei Niedrigwasser gibt der Grundwasserleiter Wasser an den Rhein ab, während die Wasserwerke bei Mittelwasser vor allem Zufluss aus der Niederterrasse bekommen (rund 70 Prozent). Bei Rheinhochwasser fließt mehr Grundwasser vom Rhein her in den Grundwasserleiter. Je nach Hochwasserstand des Rheins schwankt der Anteil an Uferfiltrat in den Brunnen zwischen 30 und 70 Prozent.

Hohe Wasserhärte in Neuwied kann Haushaltsgeräten schaden

Der durch das Engerser Feld führende Grundwasserleiter besteht überwiegend aus Kiesen und Sanden. Dadurch reichert sich das Grundwasser mit zahlreichen Mineralien, unter anderem mit Kalzium und Magnesium an. Diese führen zu einer hohen Wasserhärte von 16 °dH. Bei höheren Wassertemperaturen kann Kalk aus dem Wasser ausfallen und sich in Haushaltsgeräten anlagern. Dem lässt sich durch eine Dosierung von Wasch- und Spülmitteln entsprechend der Herstellervorgaben für den Härtebereich „hart“ vorbeugen. Bei Waschtemperaturen von mehr als 60 °dH empfiehlt sich die Beigabe eines zusätzlichen Wasserenthärters.

Fazit

Die hohe Wasserhärte in Neuwied ist ein Nachteil für Haushaltsgeräte und Umwelt, da deutlich mehr Wasch- und Reinigungsmittel benötigt werden als bei weichem Wasser. Das belastet nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch die Natur. Neuwied ist eine Stadt in Rheinland-Pfalz im Landkreis Neuwied und befindet sich ca. 20 Kilometer nordwestlich von Koblenz und ca. 72 Kilometer südöstlich von Bonn.