Wasserhärte in Münster – überwiegend hartes Wasser aus eigener Gewinnung

Zwei Drittel des Trinkwassers für Münster stammen aus eigenen Quellen in der Urems-Rinne und im Münsteraner Kiessandzug. Das restliche Drittel bezieht die Stadt von der Gelsenwasser AG. Hier erfahren Sie alles Wichtige zur Wassergewinnung, zur Wasserqualität und zur Wasserhärte in Münster.

Fast in Reih und Glied liegen die Wasserwerke der Stadt Münster auf den mit Sand und Kies gefüllten Urstromtälern. Die Wasserwerke Kinderhaus, Geist und Hohe Ward befinden sich auf dem Münsteraner Kiessandzug, der sich von Sprakel bis nach Hiltrup erstreckt. Das Wasserwerk Hornheide wurde an der Urems-Rinne nahe Handorf erbaut. Die Urstromtäler bilden eine Vertiefung, die in Richtung Norden leicht abfällt. Dadurch hat sich zwischen dem Kiesgestein ein unterirdischer Fluss gebildet, dessen Wasser durch den Sand natürlich gefiltert wird.

Vier Wasserwerke stellen Trinkwasserversorgung sicher

Das Leitungswasser für Münster wird derzeit in vier Wasserwerken aufbereitet. Das älteste ist das Wasserwerk Geist, das im Jahr 1888 in Betrieb genommen wurde. In einem Naherholungsgebiet im Süden der Stadt befindet sich das Wasserwerk Hohe Ward, das 1906 ans Netz ging und bis heute als historisches Bauwerk erhalten blieb. 1957 erfolgte die Inbetriebnahme des kleinsten Münsteraner Wasserwerks Kinderhaus. Diesem folgte 1973 das bislang größte Wasserwerk Hornheide, das Grundwassererfassungen in Gittrup, in der Haskenau und in der Hornheide besitzt.

Wie die Stadt Münster im Juli 2018 beschloss, wird sich die Wassergewinnung in Zukunft auf die Standorte Hornheide und Hohe Ward beschränken. Die Wasserwerke Kinderhaus und Geist werden in absehbarer Zeit aufgegeben.

Oberflächenwasser als Ergänzung für das Grundwasser

Auch wenn es in Münster relativ häufig regnet, reicht die Niederschlagsmenge nicht aus, um das zur Wasserversorgung benötigte Grundwasser auszugleichen. Deshalb wird aus der Ems und dem Dortmund-Ems-Kanal sogenanntes Oberflächenwasser entnommen, mit Aktivkohlefiltern gereinigt und über Versickerungsbecken in die tieferen Bodenschichten geleitet. Etwa 50 Tage braucht dieses Wasser, um die reinigenden Kies-Sand-Schichten zu durchdringen und zu Grundwasser zu werden.

Über große Brunnen fördern die Wasserwerke das Rohwasser an die Oberfläche. Obwohl dieses durch die natürliche Reinigung schon ziemlich sauber ist, werden zunächst gelöste Anteile an Mangan und Eisen ausgefiltert um Geschmacksbeeinträchtigungen zu vermeiden und eine hohe Wasserqualität in Münster sicherzustellen. Anschließend gelangt das Wasser in große Trinkwasserbehälter, in denen es je nach Verbrauch bis zu 24 Stunden verbleibt.

Wasserhärte in Münster

Die Wasserhärte in Münster liegt gemeinhin bei über 14 °dH und damit im Härtebereich „hart“. Ausnahmen bilden die Stadtteile Albachten, Roxel, Angelmodde, Amelsbüren, Wolbeck, Gremmendorf und Hiltrup, in denen die Wasserhärte mit rund 8,4 bis 14 °dH dem mittleren Härtebereich entspricht.

Fazit

Da die Wasserhärte in Münster zum Teil unterschiedlich ausfällt, ist es ratsam, sich diesbezüglich genauer zu informieren, um Wasch- und Spülmittel entsprechend dosieren zu können. Das schont nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern kommt auch der Umwelt zugute.

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