Wasserhärte in München – hart aber von guter Qualität

Das Trinkwasser für München wird in streng geschützten Einzugsgebieten im bayerischen Voralpenland gewonnen. Dort nimmt es beim Durchlaufen der verschiedenen Bodenschichten zahlreiche Mineralien auf, darunter Kalzium und Magnesium. Aufgrund des hohen Gehalts an diesen Mineralstoffen ist das Leitungswasser in München durch eine relativ hohe Wasserhärte gekennzeichnet, die sich jedoch nicht negativ auf die Wasserqualität auswirkt.

Etwa 80 Prozent des Leitungswassers kommen aus dem 40 Kilometer entfernten Mangfalltal. Dessen günstige Höhenlage erlaubt es, das gewonnene Wasser ohne zusätzlichen Energieaufwand in die süddeutsche Metropole zu leiten. Weitere 20 Prozent stammen aus dem Loisachtal zwischen Eschenlohe und Garmisch-Partenkirchen. Als Reserve für Spitzenzeiten stehen außerdem die Förderwerke der südlichen Münchner Schotterebene zur Verfügung.

Sämtliche Gewinnungsanlagen und Wasserleitungen sind so ausgelegt, dass sie einander jederzeit ersetzen können. Auf diese Weise ist es möglich, Betriebsstörungen einer Wassergewinnungsanlage kurzfristig durch eine andere Anlage zu kompensieren und damit die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Wie hoch ist die Wasserhärte in München?

Die Wasserhärte in der bayerischen Landeshauptstadt beträgt zwischen 14,3 und 18,0 Grad deutscher Härte (°dH). Nach dem Waschmittelgesetz ist das Münchner Wasser mit seinem Durchschnittswert von 16,6 °dH (2,96 mmol/l) dem Härtebereich „hart“ zuzuordnen. Dadurch hat es einen besonders vollmundigen Geschmack, kann aber zu Verkalkungen an Kaffeemaschinen, Wasserkochern und anderen Geräten führen.

Um Funktionsstörungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, diese Maschinen häufiger zu entkalken. Das gelingt mühelos mit verdünnter Zitronensäure oder mit Entkalkern aus dem Supermarkt. Bei Waschmaschinen ist es ratsam, auf die richtige Waschmitteldosierung zu achten. Für das Leitungswasser in München empfehlen Experten eine Dosierung nach dem Härtebereich „mittel“. Eine Dosierung nach dem Härtebereich „hart“ ist lediglich bei stark verschmutzter Wäsche sinnvoll.

Handelsübliche Waschmittel enthalten genügend „Enthärter“, weshalb zusätzliche Entkalker nicht erforderlich sind. Stattdessen wird empfohlen, die Kalkrückstände einmal jährlich mit einem speziellen Maschinenreiniger zu beseitigen.

Wie wird die Wasserqualität in München sichergestellt?

Um die Trinkwasserqualität sicherzustellen, haben die Stadtwerke München ein dichtes Überwachungsnetz von der Gewinnung bis hin zum Verbraucher aufgebaut. Dabei werden die in der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) gestellten Anforderungen sowohl hinsichtlich der zu untersuchenden chemischen und mikrobiologischen Parameter als auch bezüglich der Untersuchungshäufigkeit deutlich überschritten.

Ein Frühwarnsystem für die Qualität des Leitungswassers in München bilden Saiblinge und Bachforellen. Diese werden als Jungtiere in spezielle Becken an strategisch wichtigen Standorten der Wasserversorgung eingesetzt und über gesonderte Leitungen mit frischem Trinkwasser versorgt. Eine Verschlechterung der Wasserqualität wäre am Verhalten der kleinen Fische sofort erkennbar.

Zusätzlich werden täglich Wasserproben an den Quellstollen, am Hochbehälter sowie an bestimmten Stellen der Zubringerleitungen entnommen und auf Bakterien, Medikamentenrückstände und Zerfallsprodukte von Pflanzenschutzmitteln und andere schädliche Stoffe untersucht.

Fazit

Trotz der hohen Wasserhärte in München ist das Trinkwasser der Bayernmetropole von hervorragender Qualität. Mit Kalzium und Magnesium enthält es wichtige Mineralstoffe, die der Gesundheit zuträglich sind. Schäden an elektrischen Geräten wie Wasserkochern, Kaffee- und Waschmaschinen lässt sich leicht vorbeugen, sodass der hohe Kalkgehalt keinen Nachteil darstellt.

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Themen: Wasserhärte