Wasserhärte in Lüneburg – weiches Wasser mit besonders wenig Nitrat

Der Wasserturm an der Brausebrücke in Lüneburg zählt zu den ältesten Deutschlands. Hier erfahren Sie, wie sich die Wasserversorgung in der Hansestadt über die Jahrhunderte entwickelt hat und welchen Einfluss das auf die Wasserhärte in Lüneburg hatte. Schon im Mittelalter wurde in Lüneburg Bier gebraut. Allerdings konnte das dafür benötigte Wasser nicht aus den Brunnen der Stadt entnommen werden, die nur sehr kalkhaltiges, für das Bierbrauen unbrauchbares Wasser führten. Deshalb schlossen sich 24 Bürger, vornehmlich Bierbrauer, zusammen, und erwirkten im Jahr 1530 vom Michaeliskloster die Erlaubnis, auf dem Klostergelände eine Wasserkunst zu errichten. Bei der „Abtswasserkunst“ handelte es sich um einen großen Turm, der mit Hilfe eines wasserbetriebenen Schöpfrades mit Wasser aus der Ilmenau gefüllt wurde, um die Brauereien und umliegende Anwohner zu versorgen. An den Befüllungstagen durfte die Bevölkerung keine Fäkalien in die Ilmenau schütten, damit nur sauberes Wasser in den Turm kam. Rund 40 Jahre später folgte die „Ratswasserkunst“ an der Ratsmühle. Hiermit war der Anfang der Wasserversorgung in Lüneburg gemacht.

Von der Wasserkunst zur modernen Wasserversorgung

1875 gelang es nahe der Roten Bleiche erstmals, Wasser über Tiefbohrungen zu gewinnen. Dieses wurde über Rohrleitungen zur Ratswasserkunst geleitet. Allerdings reichte der Wasserdruck der bestehenden Wassertürme nicht aus, um höher gelegene Neubaugebiete zu versorgen. Aus diesem Grund entschloss sich der Stadtrat 1904 zum Bau eines höheren Wasserturms mit einem großen Reservoir und einer Filteranlage. Dieser wurde bereits Ende 1907 in Betrieb genommen, konnte aber nicht lange mit den wachsenden Bevölkerungszahlen und dem steigenden Trinkwasserbedarf mithalten. Deshalb wurde 1925 ein neues Wasserwerk an der Roten Bleiche errichtet, das auch heute noch das Leitungswasser für Lüneburg liefert. Um den gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können, wurden sämtliche technischen Anlagenbestandteile des Wasserwerks zwischen 1997 und 2005 durch Neuanlagen ersetzt. Das Rohwasser wird über Brunnen im Urstromtal der Ilmenau gewonnen, die bis zu 220 Meter tief in die Erde reichen. Das Wasser ist so rein, dass lediglich Schwefelwasserstoff, Eisen, Mangan und überschüssige Kohlensäure reduziert werden müssen, um eine optimale Wasserqualität für Lüneburg zu erzielen. Mit einem Nitratgehalt von nur 0,5 Milligramm pro Liter eignet sich das Trinkwasser hervorragend für die Herstellung von Säuglingsnahrung.

Geringe Wasserhärte freut Bierbrauer und Natur

Lieferten die mittelalterlichen Flachbrunnen sehr kalkhaltiges Wasser, liegt die Wasserhärte in Lüneburg heute mit 4,9 °dH im Härtebereich „weich“. Darüber freuen sich nicht nur die Bierbrauer, sondern auch die Umwelt. Durch die geringe Wasserhärte werden deutlich weniger Wasch- und Reinigungsmittel benötigt als bei hartem Wasser. Auf Weichspüler kann ebenso verzichtet werden wie auf zusätzliche Wasserenthärter. Dadurch gelangen weniger Chemikalien in die Natur, die sich letztendlich auch im Trinkwasser für Lüneburg wiederfinden würden.

Fazit

In Lüneburg fließt weiches Wasser aus der Leitung. Die niedrige Wasserhärte schont Haushaltsgeräte wie Wasch- und Spülmaschinen und sorgt für einen geringen Waschmittelverbrauch. Lüneburg ist eine Stadt in Niedersachsen im Landkreis Lüneburg und befindet sich ca. 56 Kilometer südöstlich von Hamburg und ca.136  Kilometer nordöstlich von Hannover.