Wasserhärte in Hildesheim – weiche Wassermischung aus zwei Harzer Talsperren

Beim Trinkwasser für Hildesheim handelt es sich um einen Mix aus der Söse- und der Granetalsperre, die von den Harzwasserwerken betrieben werden. Da Regenwasser die Basis der Wassergewinnung bildet, ist die Wasserhärte in Hildesheim besonders niedrig. Zuständig für die Wasserversorgung in Hildesheim ist die EVI Energieversorgung Hildesheim, ein Tochterunternehmen der örtlichen Stadtwerke. Diese sorgen mit einem rund 450 Kilometer langen Leitungsnetz dafür, dass jederzeit ausreichend frisches Leitungswasser für Hildesheim in bester Qualität verfügbar ist.

Anfänge der Wasserversorgung in Hildesheim

Die Versorgung mit Trinkwasser hat in Hildesheim eine besonders lange Geschichte. Schon 1400 ließ der Rat Wasser aus dem von der Sültequelle gespeisten Ostergraben in einige der städtischen Brunnen leiten. 1416 begannen die Vorbereitungen für ein umfangreiches Leitungsnetz nach Plänen eines Lübecker Meisters. Mithilfe eines Hebewerks, einer sogenannten Wasserkunst, wurde das Wasser wiederum aus dem Ostergraben gehoben und über hölzerne Röhren in die Mehrzahl der Brunnen und auch in die Häuser geleitet. Die Aufsicht hierüber oblag einem „Kunstmeister“, während der Unterhalt der Brunnen weiterhin in den Händen der „Bornherren“ lag. Spätestens im 19. Jahrhundert reichte die so gewonnene Wassermenge nicht mehr aus, um die wachsende Bevölkerung zu versorgen. Der Wasserdruck war so gering, dass die Feuerwehr das 1884 in Brand geratene Knochenhaueramtshaus aufgrund des fehlenden Wassers nicht mehr löschen konnte. Um des Problems Herr zu werden, veranlasste der damalige Senator Friedrich Wilhelm Schwermann den zu jener Zeit amtierenden Gasdirektor Wille im Jahr 1886 dazu, Bohrungen bei der als Hungerquelle geltenden Ortsschlumpquelle durchzuführen. Das dort gefundene Wasser reichte aus, um mehrere Stadtteile zu versorgen. Der erste Quellbrunnen entstand im Frühjahr 1893. Diesem folgte 1894 der erste Hochbehälter auf dem Galgenberge. Ein zweiter wurde 1895 in Dienst gestellt. Zusätzlich nahm die Stadt 1911 ein Wasserwerk bei Poppenburg im Leinetal in Betrieb, um die Wasserversorgung in Hildesheim besser abzusichern.

Geringe Wasserhärte durch Umstellung auf Harzwasser

Im Jahr 2009 wurde die Trinkwassergewinnung im Wasserwerk Ortsschlump eingestellt und auch der Maschinenraum des Wasserwerks Poppenburg steht schon lange leer. Heute bezieht die Stadt Hildesheim ihr Trinkwasser aus der Söse- und der Cranetalsperre der Harzwasserwerke. Diese liefern ein besonders weiches Wasser mit einer Wasserhärte von nur 1,8 °dH. Somit enthält das Leitungswasser für Hildesheim kaum Mineralien, die sich als Kalk in Wasch- und Spülmaschinen absetzen könnten.

Fazit

Durch die sehr geringe Wasserhärte in Hildesheim können die Einwohner guten Gewissens auf Wasserenthärter verzichten. Außerdem benötigen sie weniger Wasch- und Reinigungsmittel, als dies bei hartem Wasser der Fall wäre. Auch der Bedarf an Duschgel, Seifen und Shampoo fällt bei dieser Wasserhärte niedriger aus. Das kommt vor allem der Umwelt zugute, die deutlich weniger mit Chemikalien belastet wird. Der Wasserqualität in Hildesheim tut die geringe Härte keinen Abbruch. Hildesheim ist eine Stadt in Niedersachsen und befindet sich ca. 37 Kilometer westlich von Salzgitter und ca. 36 Kilometer südlich von Hannover.