Wasserhärte in Gera – weiches Wasser aus jüngster Trinkwassertalsperre Deutschlands

Zuständig für das Trinkwasser und somit auch für die Wasserhärte in Gera ist der Zweckverband Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal. Etwa 90 Prozent des täglich bereitgestellten Wassers stammen aus der noch recht neuen Talsperre Leibis- Lichte. Seit 1685 gibt es fließendes Wasser in Gera. Von einer organisierten Wasserversorgung kann aber erst 205 Jahre später, ab 1890, die Rede sein. Von da an existiere eine geregelte, wasserwerkbetriebene öffentliche Versorgung, die ausreichend frisches Trinkwasser für die Einwohner bereitstellte. Heute wird das Verbandsgebiet fast ausschließlich aus der Talsperre Leibis-Lichte versorgt. Die übrigen zehn Prozent gelangen zum größten Teil über Tiefbrunnen an die Oberfläche. Die Aufbereitung des Rohwassers zu hochwertigem Leitungswasser für Gera erfolgt in drei mit moderner Technik ausgestatteten Wasserwerken.

Bessere Wasserqualität dank neuer Talsperre

Die zwischen 2002 und 2005 errichtete Talsperre Leibis-Lichte ist die derzeit jüngste große Trinkwassertalsperre hierzulande und besitzt die zweitgrößte Staumauer Deutschlands. Ursprünglich sollte sie nicht nur die Trinkwasserversorgung Ostthüringens zusätzlich absichern, sondern auch den Wasserbedarf der mitteldeutschen Braunkohleregion decken. Aufgrund des sinkenden Fernwasserbedarfs und der komplizierten Rohwasserverhältnisse im Talsperrensystem Weida-Zeulenroda-Lössau wurden die Pläne jedoch geändert. 2008 entschied sich die Landesregierung, Ostthüringen künftig allein aus der Talsperre Leibis-Lichte zu versorgen. Das gut geschürzte, natürliche Einzugsgebiet und die Größe und Tiefe des Staubeckens gewährleisten eine überdurchschnittlich gute, langfristig stabile Wasserqualität für Gera und alle anderen Abnehmer in der Region. Um das Wasser in bestem Zustand bis zu den Verbrauchern zu bringen, wurde zwischen 2009 und 2014 das ostthüringische Fernwasserversorgungssystem optimiert. Im März 2010 erreichte die Talsperre erstmals den Vollstau. Die behördliche Inbetriebnahmeerlaubnis wurde im Januar 2013 erteilt. Schon vier Monate vorher gingen die Talsperren Zeulenroda und Weida vom Netz. Nach Aufhebung der dazugehörigen Trinkwasserschutzzonen wird die Talsperre Zeulenroda mittlerweile touristisch genutzt.

Weiches Talsperrenwasser bietet zahlreiche Vorteile

Beim in der Talsperre Leibis-Lichte gewonnen Trinkwasser für Gera handelt es sich um Oberflächenwasser, das sich kaum mit Mineralien anreichert. Hieraus resultiert eine niedrige Wasserhärte von nur 4,31 °dH. Das weiche Wasser bietet vor allem den Vorteil, dass sich kein Kalk in Wasch- und Spülmaschinen, an Armaturen oder in Heißwassergeräten ablagert. Es müssen daher keine vorbeugenden Maßnahmen gegen das Verkalken getroffen werden. Da Reinigungsmittel aufgrund der geringen Wasserhärte in Gera ihre Reinigungskraft voll entfalten, können sie deutlich sparsamer dosiert werden als bei hartem Wasser. Zudem wird die Wäsche auch ohne Weichspüler schön flauschig. Nitrat ist im Leitungswasser für Gera kaum enthalten. Mit nur 3,7 Milligramm pro Liter liegt der Nitratwert weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Damit eignet sich das Wasser hervorragend zur Herstellung von Säuglingsnahrung.

Fazit

Die niedrige Wasserhärte in Gera kommt nicht nur der Haushaltskasse, sondern auch der Umwelt zugute. Durch den sparsamen Wasch- und Spülmittelverbrauch und den Verzicht auf Entkalker und Weichspüler gelangen deutlich weniger Chemikalien ins Abwasser als bei höheren Wasserhärten. Gera ist eine Stadt in Thüringen im und befindet sich ca. 102 Kilometer südlich von Leipzig und ca. 86 Kilometer östlich von Erfurt.