Wasserhärte in Frechen – überwiegend hartes Wasser aus linksrheinischen Wasserwerken

Seit 2002 wird das Trinkwasser für Frechen von der RheinEnergie bereitgestellt. Zwischen 2002 und 2014 kam das Wasser aus dem Wasserwerk Dirmezheim, danach wurde die Wasserversorgung nach Köln umgestellt. Damit stieg auch die Wasserhärte in Frechen. Das Versorgungsgebiet der Rheinenergie erstreckt sich über eine Fläche von circa 520 Quadratkilometern und unterteilt sich in zwei separate Trinkwassernetze (östlich und westlich des Rheins). Das Leitungswasser für Frechen stammt überwiegend aus den westlich des Rheins gelegenen Wasserwerken Hochkirchen, Severin und Weiler. Lediglich die Ortsteile Habbelrath und Grefrath erhalten ihr Wasser aus dem Wasserwerk Kerpen-Türnich.

Unterschiedliche Wassergewinnungsformen in den drei Wasserwerken

Beim Rohwasser für das Wasserwerk Weiler handelt es sich um ein Gemisch aus Grundwasser und Uferfiltrat des Rheins. Gewonnen wird es in einer Brunnengalerie in Langel/Worringen. Über eine mehrere Kilometer lange Rohrleitung gelangt das Rohwasser zur Versickerungsanlage Esch, die sich unweit des Wasserwerks befindet. Während das Wasser dort in große Becken versprüht wird, steigt sein Sauerstoffgehalt. Das führt zu besseren Lebensbedingungen für bestimmte Mikroorganismen, die das kostbare Nass biologisch reinigen. Gleichzeitig verringern sich durch die Versickerung der Nitratgehalt und die Wasserhärte des Grundwassers. Am Boden der Versickerungsbecken angelangt, fließt das Wasser weiter zum Wasserwerk Weiler, wo es über Brunnen wieder zur Oberfläche gepumpt wird. In den Wasserwerken Severin und Hochkirchen wird Rohwasser von den Grundwasserbrunnen des Wasserwerks Hochkirchen sowie von flussnahen Brunnen am Weißer Bogen südlich Kölns aufbereitet. Diese Wässer wurden bereits während des Versickerns auf natürliche Weise gereinigt.

Höhere Wasserhärte und gestiegener Nitratanteil verärgern Einwohner von Frechen

Seit der Umstellung der Trinkwasserversorgung im Jahr 2014 erhalten die meisten Frechener hartes Wasser mit etwa 19,4 °dH. Dadurch besteht für Haushaltsgeräte und Armaturen eine höhere Verkalkungsgefahr als vorher. Auch der Waschmittelverbrauch ist gestiegen. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Nitratgehalt. Das Wasser aus Dirmezheim war nahezu nitratfrei, während nun circa 23 Milligramm pro Liter gemessen werden. Die aus Kerpen-Türnich versorgten Stadtteile bekommen Trinkwasser mittlerer Härte mit rund 13,3 °dH. Der Nitratgehalt beträgt hier weniger als 5 Milligramm pro Liter. Grundsätzlich wäre es möglich, das Kölner Wasser mit dem aus Türnich zu vermischen, um die Wasserqualität in Frechen zu verbessern und die Wasserhärte zu verringern. Das würde laut RheinEnergie allerdings die Wasserpreise um rund 30 Prozent steigen lassen. Noch teurer wäre es, die Trinkwasserversorgung aus Dirmezheim wiederherzustellen. Hierfür müssten die Frechener mit einer Preissteigerung um 50 Prozent rechnen.

Fazit

Bis 2020 bleibt die hohe Wasserhärte in Frechen in jedem Fall bestehen. Das bedeutet, dass die Verbraucher ihre Spülmaschinen auf den höchsten Härtegrad einstellen und Waschmittel entsprechend reichlich dosieren müssen. Am 30. Juni 2020 läuft der Wasserliefervertrag zwischen der Stadt Frechen und der RheinEnergie aus. Die Neuvergabe des Konzessionsvertrages könnte die Karten neu mischen, da sich auch andere Wasserversorger um die Wasserlieferung nach Frechen bewerben dürfen. Frechen ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen im Rhein-Erft-Kreis im Regierungsbezirk Köln und befindet sich ca. 61 Kilometer südlich von Wuppertal