Wasserhärte in Erfurt – überwiegend Mischwasser mittlerer Härte

Beim Trinkwasser für Erfurt handelt es sich zum Teil um Grundwasser aus eigener Gewinnung und zum Teil um Fernwasser aus dem Thüringer Wald. Die unterschiedliche Wasserherkunft wirkt sich auch auf die Wasserhärte in Erfurt aus. Erfurt gehört zum circa 591 Quadratkilometer großen Versorgungsgebiet der ThüringenWasser GmbH (ThüWa). Diese beliefert rund 168.000 Menschen mit Mischwasser aus Erfurter Grundwasser und Oberflächenwasser aus der Talsperre Ohra bei Luisenthal. Weitere 75.000 Einwohner erhalten ausschließlich weiches Fernwasser.

Woher stammt das Leitungswasser für Erfurt?

Die am Nordrand des Thüringer Waldes gelegene Ohra-Talsperre fasst rund 17 Millionen Kubikmeter Wasser. Das Einzugsgebiet dieses Wasserreservoires besteht zu 98 Prozent aus unbesiedelter, forstwirtschaftlich genutzter Fläche. Hieraus resultieren beste Bedingungen für eine ausgezeichnete Wasserqualität. Das Rohwasser gelangt zunächst in große Behälter. Von dort aus wird es durch eine Teilstromaufhärtung und über Kalziumkarbonatfilter geleitet. Die im Wasser befindliche Kohlensäure wird umgewandelt und der pH-Wert eingestellt. In vierzehn offenen Mehrschichtfiltern werden unerwünschte Bestandteile aus dem Wasser entfernt. Anschließend fließt das fertige Trinkwasser für Erfurt durch ein 250 Kilometer langes Rohrleitungsnetz in die Landeshauptstadt. Hierfür benötigt es rund eineinhalb Tage. In zu Mischanlagen umgebauten Hochbehältern trifft das weiche Fernwasser auf das harte Erfurter Grundwasser. Dieses wird im Wasserwerk Möbisburg gewonnen. Die Anlage verfügt über 15 Tiefbrunnen, die das Rohwasser aus einer Tiefe von circa 30 Metern emporholen. Das Wasser ist so rein, dass es nur minimal gechlort und mit UV-Licht behandelt wird, um eine optimale Wasserqualität zu erzielen.

Regelmäßige Untersuchungen gewährleisten hohe Trinkwasserqualität

Im Labor der GWA in Luisenthal wird die Wasserqualität in Erfurt durch regelmäßige Analysen sichergestellt. Täglich sind fünf bis sechs Mitarbeiter im Versorgungsgebiet unterwegs, um Wasserproben an verschiedenen Stellen des Netzes zu nehmen. Anschließend werden diese auf Trübung, Spurenstoffe, Leitfähigkeit und pH-Wert untersucht. Hierbei kommt moderne Analysetechnik zur Anwendung, die auch minimale Mengen erfasst. Das Erfurter Trinkwasser entspricht voll und ganz den Vorgaben der Trinkwasserverordnung und kann bedenkenlos getrunken und auch zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden.

Mittlere Wasserhärte spart zusätzliche Wasserenthärter

Die Wasserhärte in Erfurt liegt nach Mischung der beiden Wässer zwischen 11 und 14 °dH. Damit entspricht das Leitungswasser dem mittleren Härtebereich nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz. Die Härte des Trinkwassers ist kein Qualitätskriterium. Es gibt somit keinen gesetzlichen Grenzwert. Allerdings können sich die in hartem Wasser enthaltenen Härtebildner in Form von Kalk in Wasch- und Spülmaschinen absetzen. Auch in Wasser mit mittlerer Wasserhärte sind diese Mineralien enthalten. Allerdings ist ihr Anteil deutlich geringer. Um Kalkablagerungen zu vermeiden, genügt es, Wasch- und Spülmittel entsprechend der Herstellervorgaben zu dosieren. Zusätzliche Wasserenthärter sind in aller Regel nicht erforderlich.

Fazit

Das Trinkwasser in der thüringischen Landeshauptstadt ist eine ausgewogene Mischung aus mineralienreichem Grundwasser und weichem Talsperrenwasser. Haushaltsgeräte kommen bei richtiger Dosierung mit der mittleren Wasserhärte in Erfurt gut zurecht. Erfurt ist eine Stadt in Thüringen im und befindet sich ca. 55 Kilometer westlich von Jena und ca. 85 Kilometer westlich von Gera.