Wasserhärte in Dinslaken – Nanofiltration lässt hartes Wasser weicher werden

Die Basis für das Trinkwasser in Dinslaken bildet ein Grundwasserleiter im Urstromtal des Rheins. Gewonnen und aufbereitet wird das Rohwasser im Wasserwerk Löhnen, wo neben der Wasserqualität auch die Wasserhärte für Dinslaken eingestellt wird. 1903 ging in Dinslaken erstmals ein Wasserwerk in Betrieb, um die Bürger mit frischem Trinkwasser zu versorgen. Als dessen Kapazitäten gegen Ende der 1960er Jahre nicht mehr ausreichten, um genügend Leitungswasser für Dinslaken bereitzustellen, machten sich die für die Wasserversorgung zuständigen Stadtwerke auf die Suche nach einem neuen qualitativ hochwertigen Grundwasservorkommen. Gefunden wurde dieses in Löhnen, nahe der Mommniederung. Darauf hin begann die Stadt, ein Wasserwerk mit einer damals innovativen zentralen Wasserenthärtungsanlage zu errichten. Mit dem dort gewonnenen Trinkwasser werden bis heute bis auf wenige Ausnahmen alle Dinslakener Haushalte beliefert.

Nanofiltrationsanlage gewährleistet beste Trinkwasserqualität

Das für die Trinkwasserherstellung benötigte Rohwasser wird über neun circa 17 Metern tiefe Brunnen an die Oberfläche gepumpt. Es enthält viele Mineralien wie Kalzium und Magnesium und ist daher von Natur aus sehr hart. Darunter würden Leitungen und Haushaltsgeräte leiden. Zudem führen vom Bergbau verursachte Schäden in der Bodenstruktur dazu, dass sich im Grundwasser ein steigender Anteil von Rheinuferfiltrat befindet. Dieses kann Reste unerwünschter Stoffe wie Chemikalien oder Medikamente beinhalten, die zuverlässig entfernt werden müssen. Somit ist eine aufwendige Aufbereitung notwendig, um aus dem Rohwasser hochwertiges Trinkwasser zu gewinnen. Um auch in Zukunft eine hohe Wasserqualität in Dinslaken gewährleisten zu können, wurde im Jahr 2009 eine Nanofiltrationsanlage in Betrieb genommen. Deren feine Spezialfilter sind in der Lage, das Wasser von kleinsten Rückständen zu befreien. Viren und Chemikalien lassen sich damit ebenso entfernen wie PTF oder Uran, die jedoch im Löhnener Wasser bislang noch nicht nachgewiesen wurden.

Nach Nanofiltration Aufhärtung erforderlich

Da auch Mineralien in den Filtern hängenbleiben, ist das ursprünglich harte Wasser nach Abschluss des Vorgangs nahezu entmineralisiert. Das heißt, aufgrund der fehlenden Mineralien ist die Wasserhärte äußerst gering. Um die Wasserqualität zu optimieren, wird das gefilterte Wasser deshalb anschließend im Verhältnis 45 zu 55 mit Rohwasser gemischt, um die Härte wieder etwas anzuheben. Wenn das Trinkwasser in Dinslaken zur Verteilung kommt, hat es eine Wasserhärte von 11,1 °dH. Damit entspricht es dem mittleren Härtebereich des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes. Die Gefahr für Kalkablagerungen in Haushaltsgeräten ist somit sehr gering. Es genügt, die Dosierung von Waschmitteln nach den Herstellervorgaben für die mittlere Wasserhärte vorzunehmen und Spülmaschinen entsprechend einzustellen. Zusätzliche Wasserenthärter für die Waschmaschine sind nicht erforderlich. Auch der kostspielige Einbau privater Enthärtungsanlagen lohnt sich nicht.

Fazit

Die mittlere Wasserhärte in Dinslaken hat drei Vorteile: Zum Ersten enthält das Wasser ausreichend Mineralien für einen guten Geschmack. Zum Zweiten ist die Verkalkungsgefahr für Haushaltsgeräte gering. Und zum Dritten wird die Umwelt geschont, da deutlich weniger Waschmittel und keine Enthärter benötigt werden. Dinslaken ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen im Landkreis Wesel im Regierungsbezirk Düsseldorf und befindet sich ca. 15 Kilometer nordwestlich von Oberhausen.