Wasserhärte in Celle – weiches Grundwasser aus bis zu 70 Metern Tiefe

Die Stadtwerke Celle versorgen das gesamte Stadtgebiet mit frischem Trinkwasser. Wie die Wasserversorgung ihren Anfang nahm, wie das Wasser heute gewonnen und aufbereitet wird und welche Wasserhärte in Celle vorliegt, können Sie hier nachlesen. Die Geschichte der Wasserversorgung in Celle lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Ernst I., Herzog zu Braunschweig-Lüneburg, auch „Ernst der Bekenner“ genannt, gründete um 1530 die erste „Wasserkunst“, die mit einer Pumpanlage Wasser aus der Aller förderte und es über ein Röhrensystem in die Stadt leitete. Flusswasser hatte gegenüber Grundwasser den Vorteil, dass es leichter verfügbar, weniger kalkhaltig, Eisenärmer und damit geschmacklich besser war. Allerdings waren die Flüsse durch die wachsende Industrialisierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts so verseucht, dass immer wieder folgenreiche Cholera- und Typhus-Epidemien grassierten.

Wassergewinnung und Aufbereitung im Wasserwerk Garßen

Um der Krankheiten Herr zu werden, beschlossen die Celler Stadtväter gegen Ende des 19. Jahrhunderts, ein zentrales Grundwasserwerk als Ersatz für die mit Allerwasser gespeiste Wasserkunst zu errichten. Probebohrungen in den Dammaschwiesen stießen auf einwandfreies Wasser, das aber in zu geringer Menge vorlag. In Westercelle gab es hingegen reichlich Wasser, das sich aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung aber nicht als Trinkwasser für Celle eignete. Eine Bohrung in Vorwerk fand ebenfalls wasserführende Schichten, die allerdings nicht weiter untersucht wurden, da zufällig ein Grundwasserreservoir beim Dorf Garßen entdeckt worden war. An dieser Stelle nahm am ersten Dezember 1900 das Wasserwerk Garßen seinen Betrieb auf. Heute verfügt das Wasserwerk über insgesamt 16 bis zu 70 Meter tiefe Vertikalbrunnen, von denen 13 in direkter Nähe und drei 5 Kilometer außerhalb im Gebiet Arloh liegen. Das geförderte Rohwasser hat schon fast Trinkwasserqualität. Im Rahmen der Aufbereitung wird nur mit Sauerstoff belüftet, um gelöstes Eisen und Mangan in unlösliche Verbindungen zu überführen und abzufiltrieren. Darüber hinaus werden Kohlensäure und Schwefelwasserstoff ausgetragen, um die Wasserqualität in Celle zu optimieren.

Niedrige Wasserhärte bietet Vorteile für Umwelt und Verbraucher

Die Wasserhärte in Celle beträgt 5,28 °dH. Damit entspricht das Trinkwasser für Celle dem Härtebereich „weich“. Da bei dieser geringen Wasserhärte kaum Kalkablagerungen entstehen, ist das Wasser besonders schonend für Haushaltsgeräte und Armaturen. Zusätzliche Wasserenthärter für die Waschmaschine sind ebenso überflüssig wie der Einbau einer privaten Entkalkungsanlage. Auch die Umwelt profitiert von der niedrigen Wasserhärte, da der Waschmittelverbrauch deutlich geringer ist als bei hartem, kalkreichem Wasser. Die Herstellervorgaben für die Dosierung finden sich auf den Waschmittelverpackungen. Für die Verbraucher bedeutet der niedrige Mineraliengehalt keinen Nachteil, da der menschliche Körper seinen Mineralienbedarf hauptsächlich über die Nahrung deckt. Im Gegenteil – weiches Wasser ist gut für Haut und Haar.

Fazit

Das weiche Trinkwasser in Celle ermöglicht einen sparsamen Umgang mit Wasch- und Reinigungsmitteln. Wer niedrig dosiert, schont die Umwelt und entlastet die Haushaltskasse. Celle ist eine Stadt in Niedersachsen im Landkreis Celle und befindet sich ca. 43 Kilometer nordöstlich von Hannover und ca. 79 Kilometer nordwestlich von Wolfsburg.