Wasserhärte in Bochum – qualitativ hochwertiges weiches Wasser

Seit 2016 erhalten die Bochumer ihr Trinkwasser nur noch von den Wasserwerken Essen-Horst und Witten. Hier erfahren Sie, warum die Wasseraufbereitung im Stiepeler Wasserwerk eingestellt wurde und welchen Einfluss die Umstellung auf die Wasserhärte in Bochum hat.

Während die Versorgungsgebiete Bochum-Werne und Bochum-Langendreer ihr Leitungswasser direkt aus dem Wasserwerk Witten erhalten, werden die übrigen Bereiche aus den Wasserwerken Witten und Essen-Horst in wechselnde Anteilen beliefert. In Einzelfällen kann die Versorgung in den Randbezirken der Ruhr-Metropole auch von einem benachbarten Wasserwerk erfolgen. Bis 2016 stammte das Trinkwasser für Bochum zu einem großen Teil aus dem Wasserwerk Stiepel, das jedoch mittlerweile stillgelegt wurde.

Vom Wasserwerk zur Wasserkraftanlage

Vierzehn Millionen Kubikmeter Trinkwasser wurden bis 2016 jährlich im 1910 eröffneten Stiepeler Wasserwerk gewonnen. Um die Wasserqualität in Bochum weiterhin gewährleisten zu können, hätte das Werk jedoch für rund 20 Millionen Euro nachgerüstet werden müssen. Da dies den Betreibern zu viel war, entschlossen sich diese stattdessen, für rund 7,5 Millionen Euro eine zusätzliche Leitung vom Wasserwerk Witten nach Bochum zu verlegen. Über diese wird die bislang aus Stiepel kommende Menge zu zwei Dritteln ersetzt. Das übrige Drittel liefert das Wasserwerk Essen-Horst.

Das Werk in Stiepel wurde zwischenzeitlich für 2,6 Millionen Euro zu einem reinen Wasserkraftwerk umgebaut. Jährlich werden dort rund 5,4 Millionen Kilowattstunden umweltfreundlicher Strom aus Wasserkraft erzeugt. Das ist so viel, wie 2.000 Haushalte innerhalb eines Jahres verbrauchen. Um dem ökologischen Aspekt in vollem Umfang gerecht zu werden, wurde neben dem Kraftwerk für 1,2 Millionen Euro ein neuer Fischpass mit 27 Einzelbecken errichtet, über den heimische Fischarten wie Hecht, Barsch, Wels oder Aal die Höhendifferenz von circa 3,60 Metern überwinden können.

Bei der Wasserhärte in Bochum bleibt alles beim Alten

Da die Wasserwerke Essen-Horst und Witten das Leitungswasser für Bochum auf ähnliche Weise aus der Ruhr gewinnen wie das Stiepeler Wasserwerk, hat sich durch die Umstellung hinsichtlich der Wasserhärte in Bochum nichts geändert. Mit etwa 6,4 bis 6,6 °dH liegt sie nach wie vor im Härtebereich „weich“, sodass keine Verkalkungsgefahr an Armaturen, Haushaltsgeräten wie Spül- und Waschmaschinen oder Heißwassergeräten wie Wasserkochern oder Boilern besteht.

Die geringe Wasserhärte in Bochum kann sich allerdings nachteilig auf Rohrleitungen aus Metall auswirken. Anders als hartes Wasser besitzt weiches Wasser kaum Phosphate und Silikate, die eine Schutzschicht auf dem Metall ausbilden würden. Dadurch kann der im Wasser gelöste Sauerstoff korrosiv wirken und Metallleitungen angreifen. Auf lange Sicht führt das in einigen Fällen zum Lochfraß.

Fazit

Aufgrund der geringen Wasserhärte in Bochum ist das Leitungswasser der Ruhr-Metropole sehr verbraucherfreundlich. Es ermöglicht den sparsamen Umgang mit Spül- und Waschmitteln und den schonenden Betrieb von Waschmaschinen und Co. Dank der Umstellung der Wasserversorgung ist auch die Wasserqualität in Bochum für die Zukunft gesichert.

Themen: Wasserhärte