Wasserhärte in Bocholt – mittlere Härte dank zentraler Enthärtung

Die Bocholter Energie und Wasserversorgung GmbH (BEW) unterhält zwei Wasserwerke und drei Wassergewinnungen, um die Einwohner der Stadt mit Trinkwasser zu versorgen. Welche das sind und wie hoch die Wasserhärte in Bocholt ist, erfahren Sie hier. Pro Jahr liefert die BEW rund 5,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an ihre Kunden. Wasserrechtlich genehmigt ist eine Fördermenge von 5,93 Millionen Kubikmetern jährlich. In den drei Gewinnungsanlagen Bocholt-Liedern, Isselburg-Schüttensteiner Wald und Bocholt-Mussum wird das Rohwasser für die Trinkwassererzeugung über insgesamt 18 Vertikalfilterbrunnen zutage gefördert. In den Wasserwerken wird es mithilfe von Sauerstoff, Luft und Natronlauge aufbereitet, um eine optimale Wasserqualität zu erzielen. Von Natur aus mikrobiologisch unbedenklich, bedarf das Leitungswasser für Bocholt keiner Desinfektion. Lediglich in einzelnen Störfällen wird präventiv Chlor eingesetzt.

Kooperation mit der Landwirtschaft sichert hohe Trinkwasserqualität

Im November 2016 hat die EU-Kommission Deutschland wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser beim in Luxemburg ansässigen Europäischen Gerichtshof verklagt. Hauptursache für die hohe Konzentration ist ein übermäßiger Einsatz von stickstoffhaltigen Düngemitteln und Gülle auf den Feldern. Laut eines Nitratberichts der Bundesregierung ist Nordrhein-Westfahlen eines der Bundesländer mit der höchsten Nitratbelastung. In Bocholt gibt es dieses Problem nicht. Eine seit 1992 bestehende Kooperation zwischen der BEW und rund 100 Landwirten hat dafür gesorgt, dass die ehemals hohen Nitratwerte mittlerweile auf durchschnittlich 10 Milligramm pro Liter gesunken sind. Damit kann das Leitungswasser unbedenklich zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden. Wie eine 2016 durchgeführte Untersuchung auf die Chemikalie Trifluoracetat (TFA) ergab, liegt auch dieser mit nur 0,9 Mikrogramm pro Liter weit unterhalb des gesundheitlichen Orientierungswertes von 3 Mikrogramm pro Liter. Erste Vorsorgemaßnahmen wären erst ab einer TFA-Konzentration von 10 Milligramm pro Liter erforderlich.

Verminderung der Kalziumkonzentration lässt Trinkwasser weicher werden

Das für die Trinkwasserherstellung genutzte Grundwasser enthält viele gesunde Mineralien, darunter auch Kalzium und Magnesium. Bei diesen beiden handelt es sich um Härtebildner, deren Anteil die Härte des Wassers bestimmt. Seit dem Jahr 2000 wird die Kalziumkonzentration mithilfe einer zentralen Enthärtungsanlage vermindert. Dies bewirkt einen Rückgang der Wasserhärte auf circa 13,5 °dH. Das entspricht dem mittleren Härtebereich. Um eine gewässerschonende Anwendung zu sicherzustellen, sollten Wasch- und Reinigungsmittel entsprechend der Herstellervorgaben für die mittlere Wasserhärte dosiert werden. Zusätzliche Wasserenthärter sind bei diesem Härtegrad in aller Regel nicht erforderlich. Die an die Wasserhärte in Bocholt angepasste Dosierung schont nicht nur die Umwelt, sie verhindert auch Kalkablagerungen in Wasch- und Spülmaschinen. Gegen Kalk in Wasserkochern, Kaffeemaschinen und Duschköpfen hilft eine Behandlung mit Essig- oder Zitronensäure.

Fazit

Das in Bocholter Wassergewinnungsanlagen gewonnene Grundwasser ist aufgrund seines hohen Mineraliengehalts im Härtebereich „hart“ einzustufen. Da diese Wasserhärte Nachteile für die Umwelt und die Lebensdauer von Rohrleitungen und Haushaltsgeräten mit sich bringt, wird das Wasser zentral enthärtet. Das ins Leitungsnetz abgegebene Trinkwasser für Bocholt ist dem mittleren Härtebereich zuzuordnen. Bocholt ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen im Landkreis Borken im Regierungsbezirk Münster und befindet sich ca. 61 Kilometer nördlich von Duisburg.