Wasserhärte in Berlin – hartes Wasser aus innerstädtischen Grundwasservorkommen

Seit mehr als 160 Jahren kümmern sich die Berliner Wasserbetriebe um das Trinkwasser in der Hauptstadt. Mit über 3,6 Millionen Kunden gehören sie zu den größten Wasserversorgern Deutschlands. Wie hoch die Wasserhärte in Berlin ist, erfahren Sie hier.

Die Berliner Wasserbetriebe betreiben neun Wasserwerke mit insgesamt mehr als 800 Brunnen. Täglich stellen sie rund 1.100 Millionen Kubikmeter Trinkwasser für die deutsche Hauptstadt bereit. An das rund 7.825 Kilometer lange Wasserrohrnetz sind rund 276.000 Hausanschlüsse angebunden. Gesteuert und überwacht wird die Wasserversorgung Berlins über das zentrale Wasserwerk in Berlin-Friedrichshagen.

Geschichte der Wasserversorgung in Berlin

Im Jahr 1852 begann Berlin als letzte europäische Großstadt, eine zentrale Wasserversorgung aufzubauen. Der späte Beginn der Arbeiten lässt sich damit erklären, dass die Stadt mit rund 5.600 Brunnen ausreichend mit Wasser versorgt war und der Magistrat deshalb das neue Wassersystem ablehnte. Den Ausschlag für den Bau gab letztendlich die Tatsache, dass das Brunnenwasser mit Cholera-Erregern verunreinigt war und es dadurch häufig zu schweren Krankheitsausbrüchen kam.

Der Auftrag, Berlin mit Wasser zu versorgen, ging an die englischen Unternehmer Thomas Russel Crampton und Sir Charles Fox. Sie gründeten gemeinsam die Berlin Waterworks Company, wobei wesentliche Vertragsinhalte vom König bestimmt wurden. Die Stadtverwaltung hatte diesbezüglich keine Mitgestaltungsmöglichkeiten.

Der Grundstein für das erste Wasserwerk Berlins am Stralauer Tor wurde 1853 gelegt. Dieses ging 1856 in Betrieb. Innerhalb eines Jahres wurden 314 Haushalte angeschlossen. 1859 waren es bereits 1141 Häuser und das Unternehmen konnte erstmals einen geringen Gewinn verzeichnen.

Schon 1869 erwies sich das Wasserwerk als zu klein und musste erweitert werden. Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung und um die Erweiterung des Wassernetzes scheiterten jedoch. Der Magistrat wollte die bestehenden Wasserversorgungseinrichtungen selbst übernehmen und zusätzliche unterirdische Wasserentsorgungsanlagen einrichten, um die Cholera einzudämmen. Diese ließ sich durch die Bereitstellung frischen Trinkwassers nicht ausreichend in den Griff bekommen, sodass 1866 erneut eine Epidemie in der Stadt ausbrach. Innerhalb von vier Jahren wurde das erste, 80 Kilometer lange Abwassersystem gebaut. 1909 ging das zwölfte und damit letzte Teilsystem in Betrieb.

Mit der Bildung der Großstadt Berlin im Jahr 1920 erfolgte eine Neuorganisation der Wasserversorgung, die 1924 zur Entstehung der Städtischen Wasserwerke AG führte. Diese wurde 1937 in einen Eigenbetrieb umfirmiert. Die Berliner Wasserbetriebe entstanden nach 1945 durch die Fusion der städtischen Wasserwerke mit anderen Wasserunternehmen der Stadt wie der Charlottenburger Wasser- und Industriewerke AG.

Infolge der Teilung Berlins wurde die Organisation bereits 1949 wieder aufgespalten. Mehrere Umgestaltungen führten zur Abspaltung der Wasserversorgung, der Stadtentwässerung und der Abwasserbehandlung. Erst 1992 wurden alle Bereiche erneut unter dem Dach der Berliner Wasserbetriebe zusammengeführt.

Wasserherkunft und Wassergewinnung

Das Trinkwasser für Berlin stammt aus innerstädtischen Grundwasservorkommen. Diese haben sich in über 10.000 Jahre alten Tiefenschichten gebildet und werden durch die Versickerung von Niederschlags- und Oberflächenwasser immer wieder aufgefüllt. Beim Passieren der verschiedenen Bodenschichten wird das Wasser auf natürliche Weise gereinigt und gleichzeitig mit wertvollen Mineralien angereichert.

In einigen Gewinnungsgebieten füllt sich das Grundwasser nicht ausreichend auf natürlichem Wege auf. Deshalb wird es dort mit vorgereinigtem Oberflächenwasser angereichert, das im Umkreis der Brunnen in flachen Erdbecken und naturnahen Gräben und Teichen angestaut wird.

Über Tiefbrunnen mit 30 bis 140 Metern Tiefe gelangt das Rohwasser zu den Wasserwerken, in denen es zu hochwertigem Leitungswasser für Berlin aufbereitet wird. Damit die hohe Wasserqualität in Berlin dauerhaft gewährleistet ist, wurden die Gebiete rund um die Brunnen zu Wasserschutzgebieten erklärt.

Hohe Wasserhärte in allen Stadtbezirken

Alle Berliner Wasserwerke liefern fast ausschließlich hartes Wasser. Die geringsten durchschnittlichen Wasserhärten werden in Tegel (ca. 14,8 °dH), Stolpe und Kaulsdorf (ca. 15,4 °dH), Spandau (ca. 16,5 °dH) sowie Tiefwerder (ca. 16,7 °dH) gemessen. Härter ist das Wasser aus den Wasserwerken Kladow (ca. 19,2 °dh), Beelitzhof (ca. 19,4 °dH), Wuhlheide (ca. 20,8 °dH) und Friedrichshagen (ca. 23,8 °dH).

Wasserhärte in Berlin Mitte

Die Wasserhärte in Berlin Mitte kann zwischen 13,8 und 23,4 °dH betragen. Um Spülmaschinen richtig einstellen und Waschmittel optimal dosieren zu können, empfiehlt es sich, mithilfe der Postleitzahl die genauen Werte für den eigenen Anschluss bei den Berliner Wasserbetrieben zu erfragen.

Wasserhärte in Friedrichshain-Kreuzberg

Im Stadtbezirk Friedrichshain-Kreuzberg liegt die Wasserhärte zwischen 13,9 und 23,4 °dH. Genauere Werte können auf den Internetseiten der Wasserbetriebe abgerufen werden. Dieses Wissen ermöglicht es, Waschmittel möglichst sparsam zu dosieren und Spülmaschinen entsprechend des Härtebildneranteils einzustellen.

Wasserhärte in Pankow

In Pankow fließt überwiegend hartes Wasser mit 13,8 bis 20,9 °dH aus der Leitung. Waschmittel sollten entsprechend der Herstellervorgaben für hartes Wasser dosiert und Spülmaschinen mit ausreichend Regeneriersalz befüllt werden. Moderne Waschmittel enthalten ausreichend Enthärter, um bei diesen Härtegraden Kalkablagerungen in Waschmaschinen zu verhindern.

Wasserhärte in Charlottenburg-Wilmersdorf

Die Wasserhärte im Stadtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bewegt sich zwischen 13,9 und 21,9 °dH. Wer Wasch- und Spülmittel möglichst sparsam und umweltfreundlich dosieren möchte, sollte die genauen Härtewerte auf den Seiten der Berliner Wasserbetriebe abrufen und und sich nach den Vorgaben der Reinigungsmittelhersteller richten.

Wasserhärte in Spandau

Die Einwohner von Spandau erhalten überwiegend hartes Wasser mit 13,9 bis 21,9 °dH. Auch hier empfiehlt es sich aufgrund, mithilfe der Postleitzahl die exakten Werte zu erfragen, um Wasch- und Spülmittel sparsam dosieren zu können.

Wasserhärte in Steglitz-Zehlendorf

Mit 13,9 bis 21,9 °dH liegt die Wasserhärte in Steglitz-Zehlendorf überwiegend im Härtebereich „hart“. Wasch- und Spülmittel sollten nach den Herstellervorgaben für diesen Härtebereich dosiert werden. Zusätzliche Wasserenthärter für die Waschmaschine sind bei Waschtemperaturen ab 60 °C sinnvoll.

Wasserhärte in Tempelhof-Schöneberg

Tempelhof-Schöneberg erhält Trinkwasser mit 13,9 bis 23,4 °dH. Wo das Wasser besonders hart ist, lässt sich mithilfe der Postleitzahl auf der Webseite der Berliner Wasserbetriebe ermitteln. Je härter das Wasser ist, desto eher empfiehlt sich der Einsatz von Wasserenthärtern bei heißeren Waschgängen.

Wasserhärte in Neukölln

Das Leitungswasser in Berlin Neukölln besitzt eine Wasserhärte von 13,9 bis 21,9 °dH. Damit entspricht es überwiegend dem Härtebereich „hart“. Vermeiden lassen sich Kalkablagerungen in Haushaltsgeräten durch eine an den Härtegrad angepasste Dosierung von Wasch- und Spülmitteln.

Wasserhärte in Treptow-Köpenick

Der Stadtbezirk Treptow-Köpenick wird mit hartem Wasser mit 18,2 bis 23,4 beliefert. Der hohe Mineralienanteil ist gut für den menschlichen Körper, aber nachteilig für Wasch- und Spülmaschinen. Waschmittel sollten nach den Herstellervorgaben für den höchsten Härtegrad dosiert und Spülmaschinen entsprechend eingestellt werden. Bei hohen Waschtemperaturen kann ein zusätzlicher Enthärter sinnvoll sein.

Wasserhärte in Marzahn-Hellersdorf

In Marzahn-Hellersdorf reicht die Wasserhärte mit 13,8 bis 23,4 °dH vom oberen mittleren bis weit in den harten Härtebereich hinein. Um Wasch- und Spülmittel entsprechend des am eigenen Anschluss vorliegenden Härtegrades dosieren zu können, empfiehlt es sich, mithilfe der Postleitzahl die exakten Werte online bei den Berliner Wasserbetrieben abzurufen.

Wasserhärte in Lichtenberg

Je nach genauer Wohnlage kann die Wasserhärte in Berlin Lichtenberg zwischen 13,8 und 23,4 °dH liegen. Welche Härte am eigenen Anschluss vorliegt, ist auf der Webseite der Wasserbetriebe zu erfahren. Das Wissen um die exakten Werte erleichtert die Dosierung von Wasch- und Spülmitteln und hilft dabei, das Abwasser weniger zu belasten.

Wasserhärte in Reinickendorf

Reinickendorf erhält mit einer Wasserhärte von 13,8 bis 16 °dH das weichste Trinkwasser in Berlin. Bei dieser Härte kann es sich lohnen, Waschmittel zunächst nach den Herstellervorgaben für den mittleren Härtegrad zu dosieren und die Menge nur bei Bedarf zu erhöhen. Das entlastet nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern kommt auch der Umwelt zugute.

Fazit

Das harte Wasser in Berlin kann ein Problem für Wasch- und Spülmaschinen darstellen. Wer sich genau über die Werte am eigenen Zapfhahn informiert, kann Kalkablagerungen aber schon durch eine an die Wasserhärte angepasste Dosierung von Wasch- und Spülmitteln verhindern. Gegen Kalk in Wasserkochern und Kaffeemaschinen helfen Hausmittel wie verdünnte Essig- oder Zitronensäure.