Wasserhärte in Altenburg – im Norden mittel und im Süden weich

Die Stadt Altenburg bekommt ihr Trinkwasser über zwei Fernwasser-Einspeisungen. Ein Teil stammt von der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH, der andere von der Thüringer Fernwasserversorgung. Dadurch gibt es zwei Wasserhärten in Altenburg. Verantwortlich für das Trinkwasser und die Wasserqualität in Altenburg ist die Energie- und Wasserversorgung Altenburg GmbH. Diese betreibt ein rund 275 Kilometer langes Trinkwasserrohrnetz, das rund 11 Kilometer Zubringer- bzw. Transportleitungen, circa 165 Kilometer Versorgungsleitungen und etwa 95 Kilometer Anschlussleitungen inkludiert.

Herkunft und Verteilung des Trinkwassers in Altenburg

Über die Druckerhöhungsanlage Rautenberg wird das von der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH bezogene Leitungswasser für Altenburg eingespeist. Hierbei handelt es sich um Grundwasser, das im Wasserwerk Torgau-Ost aufbereitet wird. Das von der Thüringer Fernwasserversorgung bereitgestellte Trinkwasser gelangt über den Erdhochbehälter Wachtstange in das Altenburger Trinkwassernetz. Dieses Wasser wird in der Talsperre Leibis gewonnen und in der Trinkwasseraufbereitungsanlage Zeigerheim aufbereitet. Für stabile Druckverhältnisse in allen Höhenlagen der Stadt sorgen die Pumpstationen Ehrenberg, Rautenberg, Wachtstange und Hellwiese. In den Hochbehältern Wachtstange, Rautenberg und Stadtwald wird das Wasser zwischengespeichert, um Spitzenverbräuche und Verbrauchsschwankungen abzupuffern. Gleichzeitig dienen diese Speicheranlagen als Havariereserve und als Vorlagebehälter für Druckerhöhungsanlagen.

Fast 500 Jahre Wasserversorgung in Altenburg

Schon im Mittelalter gab es eine Wasserversorgung für die höher gelegenen Stadtteile. Über einen 1538 errichteten Wasserturm floss das kostbare Nass durch hölzerne Rohrleitungen in Röhrenkästen, aus denen sich die Bewohner ihr Wasser holen konnten. Zu den höchsten Plätzen, die auf diese Weise versorgt wurden, zählte das Gebiet um den Nicolaiturm. Der starke Bevölkerungszuwachs im Zuge der Industrialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließ den Wasserbedarf so weit ansteigen, dass die Kapazitäten des alten Wasserturms nicht mehr ausreichten. Deshalb wurde dieser im Jahr 1844 durch einen Neubau, den noch heute bestehenden „Kunstturm“, mit dazugehöriger Mühle ersetzt. Allerdings stieg die Bevölkerungszahl in Altenburg so sprunghaft an, dass auch dieser Turm schon bald nicht mehr genügte. Nach Umstellung auf das städtische Wasserversorgungssystem wurde der Betrieb der Wasserkunst im Jahr 1878 eingestellt.

Höherer Kalkgehalt im Norden der Stadt

Der nördliche Teil von Altenburg erhält sein Trinkwasser von der Elbaue-Ostharz GmbH. Hier beträgt die Wasserhärte rund 12 °dH. Im Süden fließt weiches Wasser von der Thüringer Fernwasserversorgung mit 5 °dH aus den Leitungen. Damit unterliegen Wasch- und Spülmaschinen im Norden einer größeren Verkalkungsgefahr als in den südlichen Stadtteilen. Lösen lässt sich das Problem schon auf einfache Weise durch die Dosierung von Wasch- und Spülmitteln entsprechend der Herstellervorgaben für die mittlere Wasserhärte. Bei der Einhaltung dieser Mengen kann auf zusätzliche Entkalker verzichtet werden, da moderne Reinigungsmittel bereits genügend Enthärter enthalten.

Fazit

Es empfiehlt sich, die Dosierung von Wasch- und Spülmitteln an die unterschiedlichen Wasserhärten in Altenburg anzupassen. Dadurch sind die Geräte in Bereichen mit mittlerer Härte optimal geschützt, ohne dass die Haushalte mit weichem Wasser die Umwelt unnötig belasten. Altenburg ist eine Stadt in Thüringen im Landkreis Altenburger Land und befindet sich ca. 49 Kilometer nordwestlich von Chemnitz und ca. 38 Kilometer nördlich von Zwickau.