Wie gefährlich ist Aluminium im Trinkwasser?

Aluminium ist heutzutage allgegenwärtig - auch in Nahrung und Trinkwasser. Immer häufiger gerät es in die Schlagzeilen und macht mit einem erhöhten Risiko für Alzheimer und andere neurologische Erkrankungen auf sich aufmerksam. Was hat es mit der Gesundheitsgefährdung durch Aluminium im Leitungswasser auf sich?

Aluminium ist gleich nach Sauerstoff und Silicium das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Wegen seiner Reaktionsfreudigkeit kommt es fast ausschließlich in Form von Verbindungen auf. Als Aluminiumoxid ist es nur schwer löslich - dieses bildet zudem eine dünne Schutzschicht über metallischem Aluminium, wie wir es aus Haushalt und Industrie kennen. In der freien Natur wird daraus Aluminiumhydroxid, das sich in Wasser nur schwer löst.

Wie gelangt Aluminium ins Trinkwasser?

Vor allem bei niedrigem pH-Wert löst Regenwasser Aluminiumhydroxid und andere Verbindungen aus dem Boden heraus und bringt Aluminiumionen durch Versickern ins Grundwasser. Eine weitere Quelle sind Aluminiumverbindungen, die in Kunstdüngern verwendet werden. Aluminiumsulfat findet zudem Anwendung bei der Abwasserreinigung und Trinkwasseraufbereitung, wo man es zum Ausfällen von Phosphat-Ionen, Ölen, Fetten und Trübstoffen einsetzt.

Normalerweise sind diese Mengen gering - im deutschen Grundwasser liegt die Aluminiumkonzentration meist im Bereich von 0,01 bis 0,1 mg/l.

Welche Grenzwerte für Aluminium im Trinkwasser sind gesetzlich vorgeschrieben?

Die EG-Trinkwasserrichtlinie und die deutsche Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sehen einen Grenzwert von 0,2 Milligramm Aluminium pro Liter vor.

Kommt Aluminium im menschlichen Körper vor?

Aluminium ist so allgegenwärtig in der Umwelt, dass geringe Mengen davon im Blutserum erscheinen. Der Normalwert liegt bei 0,01 mg/l. Als erhöht gelten Werte über 0,06 mg/l und bei Konzentrationen über 0,2 mg/l spricht man von einer Aluminiumvergiftung.

Woher kommt das Aluminium im Körper?

Trinkwasser spielt bei der täglichen Aufnahme von Aluminium nur eine untergeordnete Rolle - wesentlich größere Mengen führen wir jeden Tag mit der Nahrung zu. Darüber hinaus ist das Metall in zahlreichen Alltagsgegenständen enthalten, von Kosmetika und Medikamenten bis Alufolie im Haushalt.

Die früher häufig verwendeten Kochtöpfe aus Aluminium sind mittlerweile aus der Mode gekommen - glücklicherweise: Einmal Rhabarberkompott im Aluminiumtopf zubereitet sorgte für blitzeblanke Töpfe - und hohe Aluminiumzufuhr beim Nachtisch. Geblieben sind Grillschalen und Alufolie; zusammen mit Zitronen, Marinade und anderen sauren Zutaten sicherlich keine gute Idee für die Gesundheit.

Wie schädlich ist Aluminium?

Wäre Aluminium tödlich giftig, wäre das für den Menschen fatal - so häufig wie es in der Natur vorkommt. Das bedeutet allerdings nicht, dass das Metall unbedenklich ist. Bei hoher Zufuhr kommt es zu Ablagerungen im Körper und zunehmenden Vergiftungserscheinungen, die vor allem das Zentrale Nervensystem betreffen.

Unglückliches Beispiel einer Aluminiumvergiftung wurden die Einwohner des Ortes Camelford in der Grafschaft Cornwall. Infolge eines Unfalls gelangten 1988 Aluminiumverbindungen ins Trinkwasser und sorgten für eine 5000-fache Überschreitung der Grenzwerte. Danach traten bei den Konsumenten Ausschläge, Geschwüre und Gedächtnisprobleme auf.

Ein Zusammenhang zwischen Aluminium und der Entstehung von Alzheimer sowie weiteren neurologischen Erkrankungen wird seit Jahren diskutiert, ebenso wie Auswirkungen auf die Knochengesundheit, Allergien und veränderte Blutwerte.

Aluminium: Leitungswasser filtern, Trinkwasser testen?

Die einfachste Möglichkeit Aluminium loszuwerden ist Leitungswasser zu filtern. Das ist mit speziellen Filtersystemen aus Aktivkohle und Ionentauschern oder mit einer Anlage zur Umkehrosmose möglich. Wer seinem Leitungswasser misstraut, kann es mit einem Wassertest selber testen oder von einem externen Labor testen lassen.

Quellen, Links und weiterführende Literatur