Ist zu viel Natrium im Wasser gesundheitsschädlich?

Natrium ist für den menschlichen Körper essenziell, aber ein Zuviel führt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Möchte man auf eine natriumarme Ernährung achten, tragen vorgefertigte Nahrungsmittel kräftig zur Aufnahme von Kochsalz bei. Aber welche Rolle spielt der Natriumgehalt von Leitungswasser und Mineralwasser?

Natrium ist lebensnotwendig

Natrium gehört zu den wichtigsten Elektrolyten des menschlichen Körpers. Ohne ihn sind Nervenleitung und Muskelkontraktion nicht möglich. Die Regulation des Natriumhaushaltes erfolgt über die Nieren, die bei Natriumüberschuss verstärkt Natriumionen mit dem Urin entfernen oder bei Natriummangel aus dem Primärharn zurückgewinnen.

Wie viel Natrium braucht man am Tag?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 1,5 Gramm Natrium. Das ist gerade mal die Hälfte dessen, was das Robert-Koch-Institut (RKI) in seiner Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) vorgefunden hat. Schuld daran sind vor allem verarbeitete Lebensmittel, die oft nur so von Kochsalz strotzen.

Wie viel Natrium ist im Trinkwasser?

Die Trinkwasserverordnung (TrinkWV) sieht einen maximalen Natriumgehalt von 200 Milligramm Natrium pro Liter vor. Von einem Leitungswasser mit extrem viel Natrium müsste man demzufolge über sieben Liter trinken, um den von der DGE empfohlenen Höchstwert zu überschreiten. Essen nicht natürlich nicht eingerechnet.

Wie viel Natrium enthält Mineralwasser?

Dagegen sieht die Mineral- und Tafelwasserverordnung (Min/TafelWV) beim Natriumgehalt keine Beschränkungen vor. Als "natriumhaltig" gilt Mineralwasser, wenn er über 200 Milligramm pro Liter liegt - genau der Obergrenze der Trinkwasserverordnung. Früher musste Mineralwasser mindestens 1000 Milligramm an verschiedenen Elektrolyten enthalten. Mit der Angleichung an EU-Recht ist diese Minimalanforderung weggefallen. Seitdem liefert Leitungswasser oft mehr Inhaltsstoffe als die meisten Mineralwasser.

Vergleichsweise natriumarm ist Tafelwasser und Quellwasser mit dem Hinweis "Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet". Hier darf der Natriumgehalt höchstens bei 20 Milligramm pro Liter liegen.

Bei natriumhaltigen Mineralwassersorten gibt es erhebliche Salzgehalte. Etliche davon dürften Wasserversorger nicht als Leitungswasser an ihre Kunden ausliefern. Viele Verbraucher schätzen den leicht salzigen Geschmack, aber gesund ist ein hoher Natriumgehalt im Mineralwasser nicht.

Warum ist zu viel Natrium ungesund?

Natrium ist ein zentrales Element bei der Regulation des Blutdruckes. Als Faustregel gilt, dass ein dauerhaft erhöhter Natrium-Blutwert über 144 mmol/l zu Bluthochdruck führt. Essenzielle Hypertonie gilt als Risikofaktor für Arterienverkalkung (Arteriosklerose) und damit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Herzinfarkt und Schlaganfall.

Natrium: Was ist gesünder - Leitungswasser oder Mineralwasser?

Mit Leitungswasser ist man in Sachen Natrium auf der sicheren Seite. Hier ist der Natriumgehalt nie so hoch, dass bei der üblichen Trinkmenge eine Überschreitung der empfohlenen Tagesdosis zu befürchten wäre. Bei natriumhaltigem Mineralwasser muss man bei natriumarmer Ernährung eher aufpassen.

Dessen ungeachtet sollten Sie immer im Hinterkopf behalten, dass bei der Kochsalzzufuhr Getränke das geringere Problem sind. Wesentlich größere Mengen Salz und damit Natrium sind in Fast Food und Fertiggerichten zu finden. Konsumiert man ständig Pommes, Chips und Burger, spielt der Natriumgehalt des Trinkwassers oder Mineralwasser nur eine untergeordnete Rolle.

Quellen, Links und weiterführende Literatur