Wie gefährlich ist Chlor im Trinkwasser?

Chlor kennt man aus dem Schwimmbad. Wasserversorger setzen das Halogengas auch bei der Trinkwasseraufbereitung ein. Es dient der Reinigung und Desinfektion, da es Bakterien und andere Krankheitserreger abtötet und unschädlich macht. Viele Menschen sind unsicher, ob gechlortes Wasser gesundheitsgefährdend ist oder ob man es bedenkenlos trinken kann.

Warum wird Trinkwasser chloriert?

Zur Trinkwasseraufbereitung bestimmtes Wasser chlorieren Wasserversorger, wenn darin Bakterien zu finden sind. Diese stammen aus Einschwemmungen von Schmutzwasser durch Unwetter oder gelangen über landwirtschaftlich ausgebrachte Gülle ins Grundwasser. Problematisch sind vor allem Fäkalkeime, für die das harmlose, aber leicht nachweisbare Bakterium Escherichia coli als Indikator dient. Ein Zusatz von gasförmigem Chlor oder Chlorverbindungen wie Chlordioxid tötet Bakterien, Viren und Einzeller ab.

Grenzwert von Chlor laut Trinkwasserverordnung

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) sieht einen Grenzwert von 0,3 Millilitern Chlorgas pro Liter vor. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist das sehr wenig. Kurzfristig bis zu dieser Grenze auftretende Werte sieht man als gesundheitlich unbedenklich an. Bei vorübergehenden Überschreitungen müssen Wasserversorger ihre Verbraucher darüber in Kenntnis zu setzen. In solchen Fällen darf man das Wasser weder trinken noch zur Nahrungszubereitung verwenden.

Ist Chlor im Trinkwasser gefährlich für die Gesundheit?

Bei Einhaltung der Grenzwerte und nur vorübergehender Chlorierung ist eine Gesundheitsgefährdung auszuschließen. Experten streiten sich über mögliche Gefahren für ungeborene Kinder oder Säuglinge. Daher sollten schwangere Frauen und stillende Mütter bei längerem Einsatz von Chlor besser auf Flaschenwasser ausweichen.

Besser Chlor als Krankheitserreger im Trinkwasser

Die Gesundheitsgefahr durch Keime im Trinkwasser ist wesentlich höher als durch kurzfristigen Zusatz von Chlor. Im Vergleich zu anderen chemischen oder physikalischen Methoden zur Desinfektion ist die Chlorierung am einfachsten, effektivsten und im Hinblick auf die Endverbraucherpreise am billigsten. Das Chlor dient der Sicherstellung der Wasserqualität und letztlich dem Verbraucherschutz.

Was tun, wenn das Wasser nach Chlor riecht?

Will man als Endverbraucher auf Nummer sicher gehen, sollte man sich an eine einfache Regel halten: Finger weg, wenn das Leitungswasser penetrant nach Chlor riecht! In solchen Fällen ist der Grenzwert mit einiger Wahrscheinlichkeit überschritten. Dann sollte man bei seinem Wasserlieferanten nachfragen, was los ist.

Trotz Chlor kann Trinkwasser Keime enthalten

Daran tragen allerdings die Wasserversorger keine Schuld – ihre Haftbarkeit endet grundsätzlich an der Wasseruhr eines Gebäudes. In schlecht gewarteten Leitungssystemen oder Totleitungen können sich Bakterien ansiedeln. Die Reste von Chlor im angelieferten Trinkwasser reichen für eine Desinfektion nicht aus. Hier liegt die Verantwortung beim Eigentümer oder Verwalter des Gebäudes.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Themen: Wasser