Kann man Leitungswasser bedenkenlos trinken?

Ein billigeres Getränk als Trinkwasser gibt es nicht. Zudem entfällt die Schlepperei der Getränkeflaschen. Viele stellen sich die Frage, ob das auf Dauer gesund ist oder ob man lieber bei Mineralwasser bleiben sollte. Wir erklären Ihnen, warum deutsches Leitungswasser nicht schlechter ist als Wasser aus dem Supermarkt.

Wie gut ist das Wasser aus der Leitung?

Deutsches Leitungswasser gilt als eines der besten weltweit. Das gewährleistet vor allem die deutsche Trinkwasserverordnung, welche die Wasserversorger zur laufenden Überwachung zahlreicher Grenzwerte verpflichtet: pH-Wert, Keime wie Fäkalbakterien und Legionellen, Schadstoffe wie Chlor und Nitrat, Schwermetalle wie Blei und Uran. Treten in einer Quelle oder eines zur Trinkwassergewinnung verwendeten Oberflächenwassers erhöhte Werte auf, dürfen die Betriebe es nicht verwenden oder müssen es mit Wasser anderer Herkunft mischen, sodass die Grenzwerte wieder in den Normbereich kommen.

Die Qualität von Mineralwasser und Heil- und Tafelwasser

In ähnlicher Weise wie die Trinkwasserverordnung schreibt die Mineral- und Tafelwasserverordnung viele Grenzwerte für Wasser aus der Flasche vor. Teilweise liegen diese wesentlich höher als die der Trinkwasserverordnung. So darf Mineralwasser bis zu fünfmal mehr Blei enthalten als Leitungswasser. Ähnliches gilt für andere Substanzen. Was man in Getränkekisten kaufen kann, dürften Wasserzulieferer oftmals nicht in ihr Leitungssystem einspeisen.

Das betrifft nicht allein Schadstoffe, sondern auch Mineralien. Natriumionen verleihen einigen Mineralwassersorten einen leicht salzigen Geschmack. In großen Mengen genossen sind diese für Menschen mit Vorerkrankungen von Herz und Kreislauf bedenklich, da sie über das Regulationssystem der Nieren den Blutdruck heraufsetzen und Arteriosklerose begünstigen. „Mineralwasser“ musste sich bis 1980 seinen Namen verdienen und pro Liter einen Mindestgehalt von tausend Milligramm mineralischer Substanzen aufweisen. Vereinheitlichte Regelungen der EU machte solche hohen Werte hinfällig. Heute enthalten viele stille Wasser und Sprudelwasser kaum mehr, teils sogar weniger Mineralien als Leitungswasser.

Um „natürliches Mineralwasser“ möglichst natürlich zu halten, darf es der Hersteller kaum behandeln. Eine Beseitigung von Chrom(VI)-Ionen ist nicht erlaubt, obwohl es gesundheitlich bedenklich ist. Nickel kommt gehäuft in Mineralwasser aus Vulkangestein vor und kann selbst unter eingehaltenen Grenzwerten bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen auslösen.

Gesundheitlich und ökologisch bedenklich: Plastikflaschen

Gesundheitlich bedenklich sind besonders Plastikflaschen. Im Polyethylen (PET) sind Substanzen wie Acetaldehyd enthalten, die sich im Wasser lösen und oft den Geschmack beeinträchtigen. Zudem ähneln einige Weichmacher bestimmten Hormonen und stehen im Ruf, unfruchtbar zu machen.

Einwegflaschen aus Plastik lassen die Müllberge anwachsen. Aus ökologischer Sicht ist Leitungswasser noch besser als Pflandflaschen aus Plastik, da Transportwege und Reinigung gebrauchter Flaschen wegfallen.

Leitungswasser: Streng kontrolliert und gnadenlos billig

Gesundheitliche Bedenken braucht man beim Genuss von Trinkwasser aus dem Hahn nicht zu haben. Sofern nicht eine marode Hausinstallation alle Bemühungen des Wasserversorgers zunichtemacht, ist Leitungswasser vielfach gesünder als die meisten Wassersorten aus der Flasche. Zudem ist es ökologisch das beste Getränk.

Auch der Preis ist unschlagbar. Für das Geld, was die Jahresversorgung eines Menschen mit Leitungswasser kostet, bekäme man im Geschäft gerade mal eine Kiste Mineralwasser.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

Themen: Wasser