Sollte man Leitungswasser filtern?

Ob man das Trinkwasser vor dem Genuss filtern sollte oder nicht, darüber gehen die Meinungen auseinander. Experten warnen vor dem Gebrauch von ungewarteten Filtrationssystemen. Wir erläutern Ihnen die wichtigsten Fakten rund um das Filtern von Leitungswasser.

Warum filtert man Wasser überhaupt?

Das von den Wasserversorgern angelieferte Trinkwasser kann man in Deutschland jederzeit bedenkenlos trinken. Die Trinkwasserverordnung sorgt für eine strenge Kontrolle aller relevanten Grenzwerte. Mögliche Probleme beginnen erst an der Wasseruhr eines Gebäudes, an der die Haftbarkeit von Stadtwerken und anderen Wasserzulieferern endet.

Das nach nächtlicher Standzeit morgens aus dem Hahn kommende Wasser ist vielerorts wenig appetitlich. Braun verfärbtes Leitungswasser sollte man auf keinen Fall trinken, denn diese Farbe ist auf Kalk und Rost zurückzuführen. Noch schlimmer sieht es bei morgendlich schwärzlich-grauem Trinkwasser aus, wie es Bleirohre verursachen. Dieses Leitungsmaterial darf man zwar seit 1973 nicht mehr verbauen, in älteren Gebäuden ist es aber immer noch vorhanden.

Wie funktioniert die Filtration von Trinkwasser?

Für die Filtration von Trinkwasser sind verschiedene Systeme im Handel. Einige Filtrationskartuschen setzt man vor dem Wasserhahn in die Leitung ein. Andere arbeiten mit Krügen und anderen Behältnissen, in denen das Trinkwasser durch die Kartusche hindurch läuft und unten filtriert herauskommt.

Solche Systeme arbeiten mit Aktivkohle und Ionentauschern. Aktivkohle bindet vor allem organische Substanzen. Ionentauscher sind spezielle Kunststoffharze, die Anionen und Kationen im Wasser gegen andere austauschen. Auf diese Weise lassen sich die Härtebildner Calcium und Magnesium entfernen und durch Natriumionen ersetzen.

Sind Wasserfilter wirklich notwendig?

Filtert man das Leitungswasser für Tee und Kaffee, erhöhen Filterkartuschen den Wasserpreis erheblich. Daher sind viele Verbraucher geneigt, die Einsätze wochenlang zu verwenden. Da die Kartuschen nur über eine begrenzte Kapazität verfügen, ist es dann mit der Wirksamkeit schon lange vorbei.

Viele Experten warnen vor einer Verwendung von schlecht oder unsachgemäß gewarteten Wasserfiltern: Sind diese einige Tage in Gebrauch, siedeln sich darin unweigerlich Bakterien an. Das gilt besonders bei Aufbewahrung bei Raumtemperatur. So erscheinen immer mehr Mikroorganismen im Wasser, das keimarm aus der Leitung kam. Je länger der Wasserfilter in Gebrauch, desto höher die Keimbelastung.

Dagegen sind gut gewartete Filtersysteme, bei denen die Kartuschen regelmäßig ersetzt werden, durchaus sinnvoll. Mit ihnen lassen sich alle Verunreinigungen aus der Hausinstallation zuverlässig beseitigen und Verkeimungen verhindern.

Sind in der Hausinstallation noch Bleirohre vorhanden, lösen selbst die besten Wasserfilter das Problem nur begrenzt. In einem solchen Falle sollte man in Anbetracht der Gesundheitsgefährdung über eine Renovierung des Leitungssystems nachdenken.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

Themen: Wasser