Was ist Mikroplastik? Woher kommt es?

Plastikpartikel in unserer Umwelt unterteilen Wissenschaftler willkürlich nach ihrer Größe in

  • Makroplastik > 25 mm
  • Mesoplastik 5 – 25 mm
  • Mikroplastik 100 nm – 5 mm
  • Nanoplastik < 100 nm.

Ferner unterscheiden sie primäres und sekundäres Mikroplastik:

  • Primäres Mikroplastik stellt man gezielt in dieser Größe her, beispielsweise als „Scheuermittel“ in Peelings, Zahnpasten und zahlreichen anderen Körperpflegeprodukten. Die Industrie verwendet primäres Mikroplastik bei der Hochdruckreinigung, in Wasch- und Reinigungsmitteln sowie als Zusatz in Farben und Beschichtungen.
  • Sekundäres Mikroplastik entsteht durch chemische, physikalische und biologische Einflüsse wie Photooxidation und mechanische Beanspruchung aus größeren Kunststoffpartikeln. Das gilt für die gesamte Reihe der oben genannten Plastikpartikel, die durch Zerfall immer kleiner werden.

Nicht zu unterschätzen sind Plastikrückstände, die beim Waschen von Textilien entstehen. Der Reinigungsvorgang setzt jede Menge Kunststofffasern frei, die mit dem Abwasser in die Kläranlagen gelangen.

Material für die Entstehung von sekundärem Mikroplastik gibt es genug – allein in Deutschland fallen jährlich rund fünf Millionen Tonnen Plastikmüll an.

Ist Mikroplastik gefährlich?

Kunststoff ist für unsere Umwelt problematisch, da er nur sehr langsam abgebaut wird. Daher sammelt sich Plastikmüll zusehends an und zerfällt langsam zu Mikroplastik. Augenfällig wird das vor allem in den Weltmeeren, auf deren Oberfläche mittlerweile kilometergroße Müllteppiche treiben.

Unter dem Einfluss von Sonnenlicht werden Kunststoffe brüchig und durch die Wasserbewegung mechanisch immer weiter zerkleinert. Weit unter der Oberfläche sorgen andere chemische und physikalische Vorgänge für die Zerkleinerung. Inzwischen haben Tiefseetauchboote an den tiefsten Stellen des Ozeans Plastikmüll entdeckt – auch hier eine Quelle für Mikroplastik, welches die einzigartigen Ökosysteme dieser Regionen beeinträchtigt.

Mikroplastik und Gesundheit

Größere Plastikteile finden sich immer häufiger in Meeresbewohnern und lassen diese verenden. Mikroplastik ist so klein, dass es in die Nahrungskette gelangt und damit letztendlich in den Menschen. Erst vor kurzem fanden Wissenschaftler Mikroplastik im menschlichen Stuhl. Je mehr Mikroplastik aus größeren Kunststoffteilen entsteht, desto mehr gelangt in Fische und andere Meerestiere und in unser Essen.

Über die gesundheitlichen Auswirkungen von Mikroplastik weiss man bisher wenig. Krebserregende Wirkungen oder andere nachteiligen Auswirkungen auf die Gesundheit von Meeresorganismen oder Menschen sind nicht auszuschließen: Die Plastikteilchen nehmen beispielsweise chlorhaltige Verbindungen wie PCB aus der Umwelt auf und geben sie im Darm wieder ab.

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Fazit zur Gesundheitsgefahr durch Mikroplastik und andere Kunststoffe

Noch nicht in der öffentlichen Diskussion angelangt sind die erheblich größeren Probleme durch Nanoplastik. Auch dieses saugt sich mit Schadstoffen voll, die es im menschlichen Körper wieder freisetzt. Seine geringen Dimensionen lassen die Partikel alle gängigen Filtersysteme passieren, und im Körper werden sie von Fresszellen aufgenommen und gelangen so in Lymphknoten.

Gesund sind solche Plastiksubstanzen sicherlich nicht. Es wird noch Jahre dauern, bis man sich über mögliche Gesundheitsgefahren im Klaren ist. Bleibt zu hoffen, dass wir nicht eine ähnlich böse Überraschung erleben wie vor Jahrzehnten mit dem seinerzeit allgegenwärtigen Asbest.

Quellen, Links und weiterführende Literatur