Tee, Wasser, Milch: Was dürfen Babys trinken, was nicht?

So lange Sie Ihren Säugling stillen, ist eine weitere Flüssigkeitszufuhr nicht notwendig. Erst ab dem siebten Monat, wenn Sie auf Breikost umstellen, dürfen Sie Leitungswasser, Wasser aus der Flasche oder Tee geben. Nicht erschrecken: Vorher kann man damit eine Wasservergiftung verursachen.

Es gibt nichts Besseres als Muttermilch!

Im Säuglingsalter gibt es nichts Gesünderes als Mamas Muttermilch: Breast is best! Stillen ist für Mutter und Kind gesund und senkt beim Baby das Risiko zahlreicher späterer Krankheiten. Dazu gehören Übergewicht, Allergien, Magen-Darm-Erkrankungen, Krebs und plötzlicher Kindstod. Zudem stärkt das Geben der Brust die emotionale Bindung.

Soll man Babys Wasser geben?

So lange Ihr Neugeborenes Muttermilch bekommt, sollten sie mit Wasser vorsichtig sein. Sein Wasserhaushalt reagiert empfindlich, stehen nicht gleichzeitig genug Elektrolyte zur Verfügung. Ein Überangebot an Wasser führt zu Überhydrierung, einer Überwässerung des Gewebes. Diese Erscheinung bezeichnet man als Wasservergiftung. Sie kann bereits auftreten, wenn man Muttermilch mit Wasser streckt oder Muttermilchersatz zu sehr verdünnt. Halten Sie sich daher unbedingt an die Mengenangaben auf der Packung.

Wie erkenne ich eine Wasservergiftung beim Baby?

Säuglinge mit einer Wasservergiftung sind unnatürlich aufgedunsen und auffällig ruhig. Bei längerem Fortbestehen sinkt die Körpertemperatur und es kommt zu Zittern und Krampfanfällen. Spätestens dann müssen Sie Ihren Kinderarzt aufsuchen.

Wann bekommen Babys etwas zu trinken?

Einfache Regel: Spätestens dann, wenn sie nölig werden. Bieten Sie Ihrem Säugling öfters etwas zu trinken an. Braucht er was, bedient er sich, wenn nicht, gibt er Ihnen das zu verstehen. Freiwillig nimmt er nicht zu viel Flüssigkeit zu sich.

Braucht mein Baby mehr Flüssigkeit, wenn es draußen heiß ist?

Da ergeht es Ihrem Nachwuchs nicht anders als Ihnen selbst. Geben Sie Ihrem Kind öfters die Brust oder ein Fläschchen, dann holt es sich so viel, wie es braucht. Dass Ihr Baby genug trinkt, sehen Sie daran, dass es eine gesunde Hautfarbe hat, an Gewicht zunimmt und reichlich in die Windeln macht. Und froh und glücklich ist.

Wie viel Flüssigkeit braucht ein Baby?

So lange Junior gestillt wird, sind keine weiteren Getränke erforderlich. Mit Tee oder Wasser sollte man erst anfangen, wenn die Ernährung auf drei Breimahlzeiten am Tag umgestellt wird. Üblicherweise ist das um den siebten Monat der Fall.

Darf ein Baby Leitungswasser trinken?

Sind Sie bei den Breimahlzeiten angekommen, können Sie den zusätzlichen Flüssigkeitsbedarf mit Wasser oder Tee stillen. Ist Ihr Leitungswasser in Ordnung, spricht nichts gegen seine Verwendung. In Deutschland ist es dank der Trinkwasserverordnung streng kontrolliert und eines der besten und sichersten Lebensmittel überhaupt. Achten Sie nur darauf, dass Sie insbesondere morgens das Wasser eine Weile laufen lassen, damit Standwasser mit Bakterien und Schadstoffen abfließt. Danach sollte es gesundheitlich unbedenklich sein. Das gilt nur im Geltungsbereich der Trinkwasserverordnung. Beim Urlaub im Ausland sollten Sie abgepacktes Wasser verwenden und sich lieber nicht auf die lokale Wasserqualität verlassen.

Mehr Geschmack: Tee für Kleinkinder

Für mehr Geschmack im Wasser sorgt Tee mit Kräutern wie Kamillentee oder Früchtetee. Fencheltee beruhigt zudem das Bäuchlein, wenn es mal rumort. Zucker oder Süßungsmittel sollten Sie vermeiden - Zucker führt in diesem Altern schnell zu Karies, und Süßungsmittel sind weder für Kinder noch Erwachsene gesund. Cola & Co. enthalten zudem Koffein, das für Kleinkinder genauso wenig geeignet ist wie Kaffee.

Darf mein Kind Mineralwasser trinken?

Mineralwasser und Tafelwasser sind ebenfalls geeignet, aber still muss es sein: Kohlensäure sollten Sie tunlichst vermeiden. Babys empfindliches Gedärm reagiert mit Bauchschmerzen auf das Prickelwasser. Verwenden Sie am besten Flaschenwasser mit dem Aufdruck "Für die Zubereitung von Babynahrung geeignet", dann können Sie nichts falsch machen. Beachten Sie, dass die Mineral- und Tafelwasserverordnung teils wesentlich höhere Grenzwerte zulässt als die Trinkwasserverordnung. So liegt der Grenzwert für Blei bei Mineralwasser fünfzigmal höher als bei Leitungswasser! Da fahren Sie selbst mit dem billigen Wasser aus dem Hahn besser.

Darf ein Baby Kuhmilch trinken?

Milch und Milch ist zweierlei: Mit Kuhmilch sollten Sie bis zum zweiten Lebensjahr warten. Geben Sie erstmal kleine Mengen, denn Milch enthält Chelatoren, die Eisen abfangen. Was Mikroorganismen vom Kälbchenfutter fernhalten soll, kann bei einem Kleinkind Eisenmangel verursachen.

Quellen, Links und weiterführende Literatur