Was ist Stress?

Die Definition von Stress

Wikipedia beschreibt Stress als Beanspruchung des Menschen durch innere und äußere Reize oder Belastungen. Das trifft die Sache: Was jemand als Stress empfindet und was nicht, ist von Person zu Person unterschiedlich. In jedem Fall führt ein ungewöhnlicher Reiz zu erhöhter Aufmerksamkeit. Der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt und muss sich entscheiden: Flight or fight – hau ich ab oder kämpfe ich? Das geschieht in Bruchteilen einer Sekunde.

Dafür sind zwei Elemente von Bedeutung: Zum einen die Wahrnehmung und Verarbeitung eines Sinneseindrucks, zum anderen die nervliche und hormonelle Reaktion auf diesen Reiz.

Stress ist wichtig!

Stress ist mit negativen Assoziationen behaftet. Dabei handelt es sich um eine ausgesprochen nützliche Funktion. Er hilft Gefahrensituationen als solche zu erkennen und darüber zu entscheiden, ob Flucht oder Kampf sinnvoller erscheint. Ohne Stress hätte die Menschheit ihr Dasein kampflos bei Waldbränden oder im Magen von Säbelzahntigern und Hyänen beendet.

Das Konzept Stress wurzelt früh in der Evolution. Bereits die einfachsten Lebensformen sprechen auf grundlegende Stressfaktoren wie Hitze oder Schadstoffe an. Mehrzeller haben diese Reaktion immer weiter verfeinert, um das Überleben von Art und Individuum zu sichern.

Keine Zeit zum Denken!

Bezeichnend für Stress ist, dass Denken keine Rolle spielt. Bis die Großhirnrinde eine Gefahrensituation hinreichend analysiert und hin- und herüberlegt hat, wie man am besten darauf reagiert, wäre es in aller Regel zu spät. Stress entsteht fast reflexartig und hat mit logischen Entscheidungen nichts zu tun.

Dessen ungeachtet lernt das Gehirn: Nach durchgestandener Gefahr merkt es sich die Umstände und reagiert bei weiteren Kontakten mit dem Stressfaktor schneller als beim ersten Mal. Der Haken an der Sache: Bei den resultierenden Entscheidungen ist die Fehlerquote hoch, und mit Logik ist insbesondere anhaltendem Stress nicht beizukommen.

Guter Stress, böser Stress

Man unterscheidet zwischen positivem und negativem Stress. „Guter“ Stress oder Eustress fordert den Organismus, schädigt ihn aber nicht und wirkt sich letztlich positiv aus. Er hält Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit in Schwung und ist wichtiges Element der Evolution. Ein Leben völlig ohne Stress wäre gähnend langweilig und extrem ungesund, da es sich auf alle Körperfunktionen negativ auswirkt. Herz und Muskulatur würden so faul, dass sie bei der erstbesten Belastung überfordert wären.

Anders sieht es mit negativem Distress aus. Hier besteht die Belastungssituation fort und lässt sich weder physisch noch psychisch kompensieren. Dauerstress führt dazu, dass der Körper in ständiger Alarmbereitschaft bleibt und keine Zeit für Erholung findet. Viele kennen diese Situation vom Arbeitsplatz, wo Chef und Kollegen vollwertigen Ersatz für Säbelzahntiger und Hyänen liefern.

Dauerstress in Beruf und Familie

Anhaltender Stress auf der Arbeit oder in der Familie führt dazu, dass man sich mit der Situation hoffnungslos überfordert sieht. Weder Kampf noch Flucht sind möglich – schlechte Karten für Stressabbau und Stressbewältigung. Daher legen immer mehr Unternehmen großen Wert auf ein betriebliches Gesundheitsmanagement, mit dem sich Stress abbauen lässt, bevor er unwiderruflich zum Problem wird.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Techniker-Krankenkasse (TK): Artikelserie Life Balance: Stress bewältigen.
  • Wikipedia: Stress.
  • Markus Heinrichs, Tobias Stächele, Gregor Domes: Stress und Stressbewältigung. Fortschritte der Psychotherapie. Göttingen 2015: Hogrefe-Verlag. ISBN-10: 9783801722524.
  • Bild: Pixabay