Stress, Depression und Burnout im Beruf

Stress als Ursache von Depressionen und Burnout

Ein bisschen Stress ist keineswegs schädlich, sondern hält den Kreislauf in Schwung. Anders sieht das aus, wenn er in Dauerstress ausartet. Schütten die Nebennieren unentwegt Stresshormone aus, ist der Körper in ständiger Alarmbereitschaft und schafft es nicht mehr abzuschalten.

Dauerstress ist heutzutage im Beruf eher die Regel als die Ausnahme. Die Liste der dadurch hervorgerufenen körperlichen Leiden ist lang und reicht von Herz-Kreislauf-Beschwerden und Verdauungsproblemen bis zu nachlassender Libido und Schmerzen in Rücken und Gelenken.

Nicht weniger dramatisch sind die Auswirkungen auf Geist und Psyche. Neben Schlafstörungen, Ängsten und Antriebsschwäche entwickeln sich Depressionen und Burnout, die dem Patienten oft mehr zu schaffen machen als die körperlichen Beeinträchtigungen.

Depression und Burnout sind nicht dasselbe!

Obwohl Depressionen und Burnout oft in einem Atemzug genannt werden, bezeichnen sie unterschiedliche Krankheitsbilder. Depressionen sind durch körperliche Symptome definiert, die mindestens zwei Wochen am Stück auftreten und sich zu einer depressiven Episode über Wochen und Monate ausdehnen können:

  • Antriebsschwäche und Apathie, 
  • Niedergeschlagenheit,
  • Schlafstörungen,
  • Appetitlosigkei,
  • Reizbarkeit,
  • unspezifische Bauch- und/oder Kopfschmerzen sowie
  • nachlassende Libido.

Dagegen existieren für Burnout keine klaren Kriterien. Für seine Feststellung sind die Ursachen wichtiger als die Symptome. Bei der Diagnose von Depressionen sind die Gründe hingegen irrelevant.

Burnout ist keine eingebildete Krankheit!

Ursachen anstelle objektivierbarer, messbarer Symptome: Nach den Richtlinien der Internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD) reicht das nicht für die Definition als eigenständige Erkrankung.

Ist Burnout deshalb eine eingebildete Krankheit oder Modeerkrankung? Keineswegs – für Burnout-Patienten sind die Beschwerden äußerst real und führen zu erheblichen Belastungen und Einschränkungen.

Burnout am Arbeitsplatz

Die angesprochenen Ursachen eines Burnouts sind im familiären Umfeld und/oder am Arbeitsplatz zu suchen. Dauerbelastungen ohne freie Minute treten bei der Kindererziehung auf, bei der Pflege von Angehörigen und nicht zuletzt im Beruf.

Viel Arbeit, wenig Freizeit, Angst vor Arbeitsplatzverlust und Probleme mit Kollegen führen zu Frustration, Aggression und Antriebslosigkeit. Die daraus resultierende Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit verursacht dauerhafte Erschöpfung und mündet häufig im Burnout.

Wege aus der Krise

Am besten ist es, wenn man den Stress im Arbeitsumfeld gar nicht erst überhandnehmen lässt – oft leichter gesagt als getan. Auch der Arbeitgeber sollte die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz mit einem geeigneten betrieblichen Gesundheitsmanagement so gering wie möglich halten.

Mit regelmäßigen arbeitsmedizinischen Untersuchungen und speziellen Maßnahmen wie Gesundheitstagen und Firmenfitness lässt sich vieles im Vorfeld verhindern. Gibt man Arbeitnehmern die Gelegenheit, Therapieangebote zu Depression und Burnout in Anspruch zu nehmen, kommt das im Endeffekt billiger als regelmäßige Krankschreibungen.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Bundesverband für Gesundheitsinformation und Verbraucherschutz – Info Gesundheit e.V.: Wechselwirkung Stress und Depression.
  • ZEIT online: Was man über Burn-out wissen sollte.
  • Neurologen und Psychiater im Netz: Frühe Symptome und erste Anzeichen einer Depression.
  • Sabine Gapp-Bauß: Depression und Burn-out überwinden: Ihr roter Faden aus der Krise: Die wirksamsten Selbsthilfestrategien. 3. Auflage. Kirchzarten 2016: VAK Verlag. ISBN-10: 3867311722.
  • Andreas Hillert, Stefan Koch, Dirk Lehr: Burnout und chronischer beruflicher Stress: Ein Ratgeber für Betroffene und Angehörige (Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie). Göttingen 2018: Hogrefe-Verlag. ISBN-10: 3801728331.
  • Ingrid Strobel: Stressbewältigung und Burnoutprävention: Einzelberatung und Leitfaden für Seminare. 2. Auflage. Stuttgart 2018: Thieme-Verlag. ISBN-10: 9783132402263.
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