Was sind Spurenelemente?

Nicht alle Spurenelemente sind essenziell: Einige braucht der Stoffwechsel an entscheidenden Stellen, andere spielen keine Rolle oder sind sogar toxisch.

Spurenelemente sind Mineralstoffe, die der menschliche Körper in nur geringen Mengen enthält. Er kann sie nicht selbst produzieren und nimmt sie daher mit der Nahrung auf. Wie wichtig viele davon sind, merkt man, sobald Mangelerscheinungen auftreten. Andere wiederum sind in hohen Dosen giftig. Welche Spurenelemente braucht der Mensch?

Was versteht man unter Spurenelementen? Definition

In der Ernährungslehre stehen Spurenelemente den Mengenelementen gegenüber. Bei beiden handelt es sich um anorganische Mineralstoffe, die man als Elektrolyte in gelöster Form mit Nahrung und Getränken zu sich nimmt. Selbst produzieren kann der Mensch sie nicht, sodass er auf die Zufuhr von außen angewiesen ist.

Da die Grenzen fließend sind, hat man sich auf einen Grenzwert von 50 Milligramm pro Kilo Körpergewicht geeinigt: Was darüber liegt, bezeichnet man als Mengenelemente, alles darunter als Spurenelemente. Nach anderer Definition haben sie einen Anteil unter 0,01 Prozent der Körpermasse oder liegen unter dem Eisenanteil (0,1 – 0,001 Prozent).

Wozu braucht man Spurenelemente?

Genau wie die Mengenelemente braucht unser Körper Spurenelemente bei einer Vielzahl von Körperfunktionen – wenn auch nur in geringer Menge. Während Mengenelemente wie im Falle der Knochen wesentlich zur Struktur beitragen, sind Spurenelemente vor allem als Biokatalysatoren wichtig. Viele enzymatische Prozesse, die Aufbau, Umbau und Abbau von Substanzen gewährleisten, funktionieren nur in ihrer Anwesenheit.

Ein verbreiteter Irrtum: Nicht alle Spurenelemente sind wichtig!

Dass Spurenelemente gemäß Definition im Körper vorkommen, bedeutet nicht, dass dieser sie alle wirklich benötigt. Viele sind wichtig für den Stoffwechsel; über die Bedeutung anderer ist man sich nicht einig, wie etwa bei Fluor, Brom oder Nickel. Etliche spielen trotz ihres Vorkommens im Körper keine Rolle, beispielsweise Gold, Aluminium oder Lithium.

Einige sind in hohen Dosen sogar schädlich für die Gesundheit. Am deutlichsten wird das an Schwermetallen wie Blei, Arsen und Quecksilber: Auch diese kommen im Körper vor und zählen damit zu den Spurenelementen, in großen Mengen sind sie jedoch hochgiftig.

Mangelerscheinungen durch zu wenig essenzielle Spurenelemente

Während die Mengenelemente mit Ausnahme von Magnesium so gut wie immer in ausreichenden Mengen in Nahrungsmitteln vorhanden sind, trifft das auf die essenziellen Spurenelemente oft nicht zu. Mangelerscheinungen führen zu Erkrankungen. Ursache hierfür sind vor allem zu geringe Mengen in der Ernährung, seltener Aufnahmestörungen des Darmes oder übermäßige Ausscheidung über die Nieren.

Welche Spurenelemente braucht der Mensch?

Die wichtigsten Spurenelemente machen sich durch ihre Mangelerscheinungen bemerkbar.

  • Eisen wird für die Produktion des roten Blutfarbstoffes benötigt und ist vor allem für den Sauerstofftransport wichtig.
    • Symptome von Eisenmangel: Blutarmut (Anämie), Atemnot, Herzrhythmusstörungen, Müdigkeit, Muskelschwäche.
  • Zink ist Bestandteil von zahlreichen Hormonen (Insulin, Schilddrüsenhormone, Sexualhormone) und bedeutsam für Immunsystem und Wachstum.
    • Symptome von Zinkmangel: Wachstumsstörungen, Hautprobleme und Haarausfall, Infektanfälligkeit, verlangsamte Wundheilung, beeinträchtige Zeugungsfähigkeit.
  • Kupfer ist Cofaktor vieler Enzyme der Atmungskette und für die Beseitigung freier Radikale und Bildung von Noradrenalin zuständig. Zugleich ist es beteiligt an Aufbau des Bindegewebes und Blutbildung.
    • Symptome von Kupfermangel: Wachstumsstörungen, Blutarmut, Knochenschwund, erhöhte Infektanfälligkeit, erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck.
  • Mangan dient der Bildung von Haut, Bindegewebe und Knochen und ist Bestandteil des Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsels. Es reguliert Nervensystem, Blutgerinnung und Bildung von Sexualhormonen.
    • Symptome von Manganmangel: Blutgerinnungsstörungen, Knochenfehlbildungen (Chondrodystrophie), Arteriosklerose, Depressionen, Sterilität.
  • Jod ist essenzieller Bestandteil der Schilddrüsenhormone, die Wachstum, Entwicklung und Energiestoffwechsel steuern.
    • Symptome von Jodmangel: bei Kindern und Jugendlichen Kretinismus, Beeinträchtigungen von Wachstum und Entwicklung; bei Erwachsenen Antriebsschwäche, Kropfbildung, Schilddrüsenunterfunktion, Infertilität, erhöhte Infektanfälligkeit.
  • Kobalt ist Zentralatom des Vitamin B12 und damit wichtig für Zellwachstum und Blutbildung. Zudem benötigt man es für Nervenleitung und Herstellung von Folsäure.
    • Symptome von Kobaltmangel: Blutarmut, Infektanfälligkeit, Störungen der Schilddrüsenhormone, Vitamin B12-Mangel, Folsäuremangel.
  • Chrom ist am Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt und beeinflusst Insulinspiegel und Schilddrüsenfunktion.
    • Symptome von Chrommangel: möglicher Auslöser von Diabetes mellitus Typ 2; Muskelschwäche, Depressionen, Nervosität, Antriebslosigkeit.
  • Selen ist ein seltenes Spurenelement und schützt Zellen vor freien Radikalen. Es aktiviert die Schilddrüsenhormone und ist an Entzündungsreaktionen und Immunsystem beteiligt.
    • Symptome von Selenmangel: geschwächte Immunabwehr, funktionelle Störungen von Leber, Muskel und Herz, Schilddrüsenunterfunktion, Veränderungen von Haut und Haaren.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Grundlagenbroschüre Die Nährstoffe – Bausteine für Ihre Gesundheit. 3. Auflage. Bestellbar unter Artikel-Nr. 121 200 beim DGE-Medienservice.
  • Deutsche Gesellschaft für Orthomolekular-Medizin e.V. (DGOM): Spurenelemente.
  • Hans Konrad Biesalski: Vitamine und Minerale: Indikation, Diagnostik, Therapie. Stuttgart 2016: Thieme-Verlag. ISBN-10: 3132210218.
Themen: Gesundheit