Ob Zucker oder Süßstoff: Mit Softgetränken stirbt man früher!

Cola, Limo und Co.: Dass Softdrinks nicht besonders gesund sind steht seit Jahren im Raum. Das haben Wissenschaftler zum Anlass genommen, den Zusammenhang zwischen Konsum von zuckerhaltigen, Light- und Zero-Getränken und der Sterblichkeitsrate genauer zu untersuchen - mit schockierenden Ergebnissen!

Zucker, Zero, Light - ist das alles gesund?

Im Sommer eine kühle Limo - könnte eine schlechte Idee sein. Dass die meist erheblichen Mengen an Zucker in Softgetränken wie Limonaden und Cola auf die schlanke Linie gehen und Hüftgold eine der Hauptursachen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, ist nichts Neues. Süßstoffe in Light- und Zero-Produkten umgehen das Problem mit den Kalorien, aber Saccharin, Aspartam und Acesulfam stehen im Verdacht, krebserregend zu sein und durch die Beeinflussung des Blutzuckerspiegels Diabetes zu begünstigen.

Studie mit fast einer halben Million Teilnehmern in zehn europäischen Ländern

Klotzen, nicht kleckern: Die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) hat in der Tat epische Ausmaße. Nach der Vorauswahl zwischen 1992 und 2000 blieben 451.743 Studienteilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 50,8 Jahren übrig, die man auf Lebensgewohnheiten, Konsumverhalten und Gesundheit untersucht. Sie kommen aus zehn europäischen Ländern und werden von Wissenschaftlern aus 23 Zentren betreut. Diese interessieren sich insbesondere für den Einfluss von Ernährung, Lebensweise und erblichen Komponenten auf Krebs und chronische Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Diese Studie läuft weiterhin und liefert in Serie hochinteressante Befunde.

Vorsicht Softdrink!

Eine dieser zahlreichen Auswertungen liefert alarmierende Ergebnisse, die im September 2019 in der renommierten Zeitschrift JAMA Internal Medicine veröffentlicht wurden. Demnach starben Studienteilnehmer, die zwei oder mehr Gläser Softdrink pro Tag tranken, früher als solche, die weniger als ein Glas pro Monat zu sich nahmen. Das Risiko war beim Konsum von mit Süßstoffen versehenen Getränken sogar noch etwas höher als bei den zuckerhaltigen Limonaden. Eine weitere Korrelation ergab sich zwischen Zero- oder Light-Produkten und Todesfällen infolge Erkrankungen von Herz und Kreislauf oder des Verdauungstraktes.

Wie aussagekräftig sind diese Befunde?

Statistische Ergebnisse sind immer mit Vorsicht zu betrachten - man fand schon Korrelationen zwischen der Geburtenrate und der Anzahl nistender Klapperstörche. Solche Zusammenhänge können etwas bedeuten, müssen es aber nicht. Auf jeden Fall ist es dringend notwendig, sich in weiteren Untersuchungen mögliche Ursachen und Wechselwirkungen näher anzusehen. Bedenklich bleibt die Angelegenheit, und die zuständigen Behörden sollten in ihren Gesundheitskampagnen auf die möglichen Gefahren von Softgetränken hinweisen.

Problem PET-Flasche: Dann lieber Leitungswasser trinken!

Nicht nur der Inhalt kann schaden, auch die Verpackung: Die beliebten PET-Flaschen setzen Acetaldeyhd, Bisphenol-A (BPA) und andere Substanzen frei, deren Grenzwert zwar so gut wie nie überschritten wird, die aber im Verdacht stehen krebserregend zu sein oder eine hormonähnliche Wirkung haben. So etwas möchte man lieber gar nicht trinken als in kleinen, hoffentlich unbedenklichen Mengen.

Am allersichersten ist eines der ohnehin besten Lebensmittel, die man in Deutschland bekommen kann: Leitungswasser. Ob mit oder ohne Kohlensäure aufgesprudelt, aus dem Hahn oder aus dem Trinkwasserspender, hier kann man mit Sicherheit nichts falsch machen und liegt in Sachen Gesundheit immer richtig!

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Mullee A, Romaguera D, Pearson-Stuttard J, Viallon V, Stepien M, Freisling H, Fagherazzi G, Mancini FR, Boutron-Ruault MC, Kühn T, Kaaks R, Boeing H, Aleksandrova K, Tjønneland A, Halkjær J, Overvad K, Weiderpass E, Skeie G, Parr CL, Quirós JR, Agudo A, Sánchez MJ, Amiano P, Cirera L, Ardanaz E, Khaw KT, Tong TYN, Schmidt JA, Trichopoulou A, Martimianaki G, Karakatsani A, Palli D, Agnoli C, Tumino R, Sacerdote C, Panico S, Bueno-de-Mesquita B, Verschuren WMM, Boer JMA, Vermeulen R, Ramne S, Sonestedt E, van Guelpen B, Holgersson PL, Tsilidis KK, Heath AK, Muller D, Riboli E, Gunter MJ, Murphy N: Association Between Soft Drink Consumption and Mortality in 10 European Countries. JAMA Intern Med. 2019 Sep 3. doi: 10.1001/jamainternmed.2019.2478. [Epub ahead of print]. PMID: 31479109.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Ausgewählte Fragen und Antworten zu PET-Flaschen.