Auf die Menge kommt es an: Kaliummangel und Kaliumüberschuss

Kalium nimmt man vor allem mit der Nahrung auf, ein Überschuss wird über die Nieren abgegeben. Mit einer normalen Ernährung braucht man sich vor einem Kaliummangel nicht zu fürchten. Nur bei erhöhtem Bedarf oder Erkrankungen kommt es zu einer vermehrten Ausscheidung und gesundheitlichen Problemen. Ein Kaliumüberschuss tritt selten auf.

Kaliumwerte im Blut

Der Kaliumwert im Blut ist so wichtig, dass er innerhalb enger Grenzen konstant gehalten wird. Der Referenzbereich von Kalium liegt zwischen 3,6 und 5,6 Millimol pro Liter (mmol/l). Fällt der Kalium-Blutwert ab, spricht man von einer Hypokaliämie, bei erhöhten Kaliumwerten von Hyperkaliämie. Die Bestimmung des Blutkaliumwertes gehört zu jeder Blutuntersuchung.

Für das Herz sind beide Abweichungen fatal: Sowohl ein Kaliumüberschuss als auch ein Kaliummangel kann Herzrhythmusstörungen auslösen. Daher ist die Bestimmung des Kaliumspiegels im Blut bei Herzerkrankungen und Störungen der Nierenfunktion wichtig. Ursache und Wirkung liegen hier oft dicht beieinander.

Wie kommt es zu Kaliummangel?

Zu einem Kaliummangel kommt es in der Klinik vor allem durch chronische Durchfälle und vermehrte Ausscheidung über die Nieren. Schuld an Letzterem sind meistens Veränderungen im Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS), das zusammen mit dem Blutdruck den gesamten Wasser- und Elektrolythaushalt steuert.

Hier greifen etliche Medikamente gegen Bluthochdruck an. Sie sorgen für vermehrte Ausscheidung, sodass das Blutvolumen und mit ihm der Blutdruck sinkt. Bei langfristigem Einsatz können Thiazide und Schleifendiuretika einen Kaliumverlust auslösen.

Wie äußert sich Kaliummangel?

Kaliummangel macht sich bei allen Prozessen bemerkbar, an denen Muskeln und Nerven beteiligt sind. Bei niedrigen Kalium-Blutwerten kommt es zu Muskelschwäche und Herzrhythmusstörungen, die bis zu Krämpfen, Lähmungen und Herzstillstand reichen. Der Darm reagiert mit Verstopfungen, Lunge und Atemmuskulatur mit verminderter Sauerstoffzufuhr. Zusammen mit der beeinträchtigten Nervenleitung macht das die Patienten müde, depressiv und leistungsschwach.

Wie entsteht ein Kaliumüberschuss?

Ursachen für eine Hyperkaliämie sind akute Nierenschädigungen, großflächige Verbrennungen oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Ansonsten kann eine nicht mit dem Arzt abgesprochene Einnahme von Kaliumpräparaten einen Kaliumüberschuss hervorrufen. Nebenwirkungen einer Kalium-Überdosierung sind vor allem Durchfälle und Erbrechen.

Was passiert bei einem Kaliumüberschuss?

Bis erhöhte Kalium-Blutwerte Symptome hervorrufen, dauert wesentlich länger. Erst wenn hohe Kaliumwerte den Herzmuskel beeinträchtigen, treten Herzrhythmusstörungen auf. Sie können Kammerflimmern und Herzstillstand verursachen. Darüber hinaus kommt es zu Schwäche, Übelkeit, Verwirrungszuständen und Taubheitsgefühl in Händen und Füßen.

Welche Lebensmittel enthalten viel Kalium?

Besonders viel Kalium ist in Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch vorhanden. Dabei muss man allerdings berücksichtigen, dass beim Kochen eine Menge mit dem Wasser verloren geht. Reich an Kalium und gleichzeitig arm an Natrium sind Bananen, Aprikosen, Tomaten, Kohlrabi und Möhren. Einen hohen Kaliumgehalt haben Vollkornprodukte, Nüsse und sogar Schokolade - vermutlich die leckerste Form der Kaliumzufuhr.

Quellen, Links und weiterführende Literatur