Warum sind Ballaststoffe wichtig? Die Folgen ballaststoffarmer Ernährung

Der Name täuscht: Ballaststoffe sind keineswegs unnötiger Ballast, den man einfach über Bord werfen kann. Sie sind wichtig für die Darmtätigkeit und halten uns gesund. Sie helfen Bluthochdruck, Diabetes und Arteriosklerose vorzubeugen und verhindern damit schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Welche positiven Auswirkungen haben Ballaststoffe?

Nimmt man regelmäßig ausreichende Mengen an Ballaststoffen zu sich, kann man damit eine ganze Reihe von Krankheiten verhindern. Im Magen-Darm-Trakt binden sie viel Flüssigkeit und verbessern die Konsistenz des Stuhls. Gleichzeitig verlängern sie das Sättigungsgefühl und senken den Blutzucker zwischen und nach den Mahlzeiten. Durch die vermehrte Bindung und Ausscheidung von Gallensäuren sinkt der Cholesterinspiegel im Blut, und einige Ballaststoffe wie das lösliche Pektin senken die Blutfette. Insbesondere Vollkornprodukte sorgen für bessere Cholesterinwerte.

Welche Krankheiten lassen sich mit Ballaststoffen in der Nahrung vermeiden?

Für die Darmtätigkeit sind ausreichende Ballaststoffe wichtig. Magen und Darm brauchen Material, mit dem sie den Nahrungsbrei durchwalken und effektiv aufschließen können. Ebenso werden sie von der Darmflora benötigt, die einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit hat.

Einer der Hauptgesichtspunkte einer ballaststoffreichen Ernährung ist die Vermeidung von Übergewicht. Bleibt man länger satt und die Blutzuckerwerte im Normalbereich, bleibt der Kühlschrank zu und man kommt nicht so schnell in Versuchung, statt einem Stückchen gleich die ganze Tafel Schokolade zu vernaschen.

Übergewicht oder Adipositas, weniger schmeichelhaft als Fettleibigkeit bezeichnet, steht im Zusammenhang mit zahlreichen Erkrankungen. Apfeltyp oder Birnentyp? Insbesondere die Verteilung des Körperfettes entscheidet über die gesundheitlichen Konsequenzen. Insbesondere das innere Bauchfett sorgt dafür, dass Insulin nicht mehr wirkt und ein Diabetes Typ 2 auftritt.

Außerdem geraten die Blutfettwerte durcheinander. Triglyceride, Gesamt-Cholesterin und das Verhältnis von "schlechtem" LDL- zu "gutem" HDL-Cholesterin steigen an. Fettstoffwechselstörungen und Diabetes begünstigen Bluthochdruck und Arteriosklerose. Diese wiederum gilt als Auslöser für koronare Herzkrankheit und Blutgerinnsel, die in Form von Herzinfarkt und Schlaganfall häufig tödlich verlaufen.

Das tödliche Quartett aus Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck und erhöhten Blutfetten bezeichnet man als metabolisches Syndrom. Es spielt in der Klinik eine zunehmende Rolle und ist der Grund für die meisten Todesfälle in der westlichen Welt. Somit trägt auch eine zu geringe Ballaststoffzufuhr zum Killer Nummer Eins bei.

Wie kann ich mehr Ballaststoffe zu mir nehmen?

Das ist gar nicht so schwierig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat auf ihren Internetseiten eine Tabelle. Sie soll exemplarisch zeigen, wie man durch den Ersatz bestimmter Nahrungsmittel die Ballaststoffzufuhr steigern kann. Isst man statt Toast oder Mischbrot Vollkornbrot, Vollkornnudeln anstelle normaler Pasta und ersetzt Kartoffelchips durch ein paar Mandeln, lässt sich die Zufuhr glatt verdoppeln. 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag gibt die DGE als Richtwert an.

Quellen, Links und weiterführende Literatur