Bullenhitze über Deutschland: Was passiert, wenn wir zu wenig trinken?

Tropische Temperaturen in Deutschland. Nicht nur Pflanzen drohen zu vertrocknen, auch wir selbst müssen bei diesem Wetter auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Unbemerkt geht eine Menge Wasser verloren, und allzu oft vergessen wir das Auffüllen des Speichers. Keine gute Idee: Eine Dehydrierung zieht langsam aber sicher gesundheitliche Probleme nach sich.

Unsere Ahnen und das Meer

Als unsere Vorfahren das Land eroberten, nahmen sie eine Portion Meer in sich mit. Der Mineralstoff- und Elektrolythaushalt funktioniert nur mit ausreichenden Mengen Flüssigkeit. Sie ermöglichen es, "normale" Konzentrationen von Mineralien und Spurenelementen im Blut und im Inneren der Zellen aufrechtzuerhalten.

Ein gut tarierter Wasserhaushalt ist wichtig für den reibungslosen Ablauf des Stoffwechsels. Muskeltätigkeit, Nervenleitung und die Aktivität von Enzymen funktionieren nur innerhalb enger Grenzen optimal.

Einfuhr gleich Ausfuhr

Für die Aufrechterhaltung dieser Balance müssen wir genauso viel Flüssigkeit zu uns nehmen wie verlorengeht. Wir scheiden Wasser über Darm und Niere aus, aber auch unbemerkt mit der Atemluft und über die Haut. Pro Tag sind das um die zweieinhalb Liter - Tendenz steigend, wenn wir bei heißem Wetter zudem ins Schwitzen geraten.

Wie spart der Körper bei Wassermangel?

Muss der Organismus mit seinem Wasser sparsam umgehen, streicht er beim Schwitzen. Der Haken daran: Wo zuvor Verdunstung für Kühlung sorgte, bleibt die durch den Stoffwechsel erzeugte Wärme im Körper. Letztlich droht die Gefahr einer Überhitzung - insbesondere bei Kleinkindern, wie sie von verantwortungslosen Eltern im brütend heißen Auto alleine zurücklassen für Schlagzeilen sorgen.

Je weniger Flüssigkeit zur Verfügung steht, desto dicker wird das Blut. Durch die zunehmende Viskosität vermindert sich seine Fließgeschwindigkeit, was die Versorgung der Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen beeinträchtigt. Stoffwechselendprodukte gelangen nicht so schnell wie sonst zu Nieren und Darm und sammeln sich im Blut an.

Am empfindlichsten reagiert das Nervensystem, vor allem das Gehirn. Wir werden schlapp und müde, bekommen Kopfschmerzen und reagieren schnell gereizt. Bei starker Dehydrierung reduziert sich das Blutvolumen so weit, dass die Nieren nicht mehr arbeiten und Kreislaufversagen droht.

Wie merke ich, dass ich zu wenig trinke?

Der Körper meldet sich bei einer Austrocknung normalerweise rechtzeitig, indem er Durst signalisiert. Dem sollten wir unbedingt nachkommen. Spätestens wenn sich der Urin dunkel färbt ist viel trinken angesagt.

Viele Leute scheuen sich vor dem Kauf einer Flasche Wasser, wenn sie unterwegs sind. Ist es draußen unerträglich heiß, ist man oft zu faul, auf dem Weg zur Arbeit noch mehr Mineralwasser oder sonstige Getränke mitzuschleppen.

Woher bekomme ich ausreichend Flüssigkeit?

Verantwortungsvolle Arbeitgeber stellen daher bei diesem Wetter Mineralwasser in Trinkwasserspendern oder Kisten zur Verfügung. Es muss auch nicht immer Flaschenwasser sein - Wasser aus dem Hahn erfüllt den gleichen Zweck. Leitungswasser ist in Deutschland durch die Trinkwasserverordnung bestens überwacht und eine unschlagbar billige Alternative zu Wasser aus der Flasche.

Leitungswasser oder Mineralwasser - was ist besser?

Oftmals ist Wasser aus dem Hahn sogar gesünder. In der Mineral- und Tafelwasserverordnung ist festgelegt, dass in Flaschenwasser die Grenzwerte für viele Substanzen wesentlich höher liegen dürfen als gemäß der Trinkwasserverordnung. Bekanntestes Beispiel ist der Grenzwert für Blei, der in Mineralwasser fünfzigmal so hoch sein darf wie in Leitungswasser.

Nicht nur das: Im Juni 2019 haben Stiftung Warentest und Ökotest in der Hälfte der untersuchten Mineralwasser Keime, Pestizide und andere Schadstoffe gefunden.

Quellen, Links und weiterführende Literatur